Europaministerin Lucia Puttrich wirbt bei der Seniorenhilfe Offenbach für die Europawahl am 26. Mai und räumt mit Mythen über die EU auf.

Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich hebt die Verdienste der Nachkriegsgeneration für den Aufbau des geeinten Europa hervor. „Die Europäische Union ist das großartigste Friedensprojekt, das dieser Kontinent jemals erlebt hat. Es ist die Leistung jener Generation, die die Folgen des schrecklichen Krieges erlebt hat. Sie haben dieses Europa aufgebaut, in dem wir alle in Freiheit und Partnerschaft mit unseren Nachbarn leben können. Heute müssen wir gemeinsam für dieses Europa eintreten, denn es ist die Zukunft für uns alle“, sagte die Ministerin am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Seniorenhilfe Offenbach unter dem Titel „Nachbarn in den Suppentopf geschaut“.

Die EU hat ein Imageproblem

„Wir dürfen ungeheuer stolz auf dieses Europa sein, das aus der Wirtschaftsgemeinschaft von sechs Staaten entstanden ist und heute mehr als 500 Millionen Europa vereint. Der Weg bis dahin war lang. Und deshalb sollten wir gerade vor der Europawahl am 26. Mai über diese großen Erfolge reden und nicht über die Mängel, die es auch gibt“, sagte die Hessische Europaministerin weiter. Alle Umfragen belegten, dass vier von fünf Menschen in Hessen eine positive Sicht auf Europa haben. Trotzdem habe die EU ein Imageproblem. In den Köpfen vieler Bürgerinnen und Bürger stehe sie nicht für Frieden, Freiheit und Wohlstand, sondern für den Krümmungsgrad von Gurken und angebliche Bürokratie. „Das sind Mythen. Das Gegenteil ist der Fall“, sagte Lucia Puttrich. „Wenn die EU eine europaweite Regelung trifft, werden damit 28 Gesetze in den einzelnen Mitgliedsstaaten überflüssig. Also weniger Bürokratie.“ Puttrich räumte auch mit einem anderen EU-Vorurteil auf: „Angeblich ist der Verwaltungsapparat der EU total aufgebläht. Tatsächlich arbeiten für die EU-Kommission europaweit etwa 33.000 Menschen. Zum Vergleich: Die Stadt München beschäftigt etwa 38.000 Menschen und das Land Berlin leistet sich für seine Verwaltung 110.000 Mitarbeiter.“

Europawahl ist keine Schicksalswahl

Europa habe in den vergangenen Jahrzehnten viele schwierige Phasen überstanden. Deshalb ist die anstehende Europawahl für die Hessische Europaministerin keine Schicksalswahl. „Wir bestimmen am 26. Mai aber die Richtung, in die sich unsere Gemeinschaft in den nächsten Jahren entwickeln wird. Wir entscheiden, welche Abgeordneten wir nach Straßburg und Brüssel schicken, denn das Europaparlament ist unsere demokratische Vertretung“, sagte Lucia Puttrich. Nach vielen Gesprächen in den vergangenen Wochen ist sie optimistisch und erwartet eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren. „Das Interesse an Europa ist groß. Ich möchte, dass in der EU auch nach dem 26. Mai die Europafreunde den Ton angeben und nicht diejenigen, die sich die Grenzzäune zurückwünschen und glauben, dass früher alles besser war. Sie wissen, dass das nicht stimmt“, sagte sie abschließend.

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