Für die Christlich Demokratische Union Hessen ist das Engagement für Jüdisches Leben und gegen jegliche Formen des Antisemitismus in unserem Bundesland gelebtes Selbstverständnis.

Jüdisches Leben ist seit mindestens 900 Jahren Teil der Identität unseres Landes. Jüdische Familien haben über die Jahrhunderte hinweg die Entwicklung Hessens mitgeprägt und damit unser Land mit zu dem gemacht, was es heute darstellt. Dennoch waren Jüdinnen und Juden immer auch wieder Opfer von Entrechtung, Vertreibung und Ermordung. Jene schrecklichen Zäsuren, die im Holocaust ihren abscheulichen Tiefpunkt auch unserer hessischen Geschichte fanden, sind uns umso mehr Mahnung und Verpflichtung, dass sich derartiges nie mehr wiederholen darf.

Über ein reines „Nie wieder“ oder ein „Wehret den Anfängen“ sind wir dabei jedoch leider schon hinaus. Der auch in unserem Land weiter zunehmende Antisemitismus, Hass und Hetze, wie wir diese auf Straßen und Plätzen unseres Landes wie an zu vielen Orten in Deutschland und Europa erneut feststellen müssen, erfüllen uns mit Sorge. Wenn Hessinnen und Hessen sich fragen, ob sie oder ihre Kinder auf Dauer noch eine sichere Zukunft in Deutschland haben, dann ist es nicht 5 vor 12, sondern bereits 10 nach 12 und es muss darum gehen, die bereits weit in die gesellschaftliche Mitte hineingedrungenen antisemitischen Stereotypen wieder zurückzudrängen, den an den politischen Rändern bewusst beförderten Judenhass aktiv zu bekämpfen und gerade auch präventiv dort zu wirken, wo kulturell geprägte Judenfeindlichkeit und Israelhass schon junge Generationen negativ prägen. Gemeinsam mit allen Teilen unserer Gesellschaft müssen wir unser Engagement gegen Judenfeindlichkeit noch weiter ausbauen. Das Einstehen gegen Antisemitismus ist dabei keine Aufgabe der Jüdischen Gemeinschaft, diese ist Ziel und Opfer von Judenhass. Antisemitismus ist ein Gift, das unser gesellschaftliches Klima insgesamt zerstört. Das Engagement gegen Antisemitismus ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich gerade auch die CDU Hessen besonders verpflichtet fühlt.

Nachdem das Hessische Kabinett unter Führung von Ministerpräsident Volker Bouffier zum Ende des vergangenen Jahres die Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) offiziell übernommen hat und auch die zivilgesellschaftlichen Akteure in Hessen dazu aufgerufen hat, diese Erklärung ebenso in ihr Handeln zu übernehmen, unterstreicht auch die CDU Hessen mit der Annahme der IHRA-Definition ihr Bekenntnis für jüdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus.

Die IHRA-Definition lautet:

„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“

Die CDU Hessen wird sich in den kommenden Jahren dafür einsetzen, dass das jüdische Leben in unserem Land weiter gefördert und das Engagement gegen Antisemitismus weiter ausgebaut wird. Dies sind wir nicht nur jenen Hessinnen und Hessen gegenüber verpflichtet, denen in der verbrecherischen Zeit des Nationalsozialismus die Chance auf ein Leben in unserem Land brutal genommen wurde, sondern auch jenen Jüdinnen und Juden, die heute ein bereichernder Teil unserer hessischen Gesellschaft sind, wie auch gegenüber jenen, für die Hessen auch morgen eine sichere Heimat sein soll.

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