Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich fordert insbesondere junge Menschen auf, sich für Europa zu engagieren und seine Errungenschaften selbstbewusst zu verteidigen. „Sie alle kennen nur das Europa, in dem Sie unbeschränkt reisen und überall studieren oder arbeiten können. Sie kennen nur das Europa, in dem Ihnen unbegrenzte Informationen zur Verfügung stehen und Sie Ihre Meinung jederzeit ohne Angst sagen können. Aber dieses freie Europa ist nicht selbstverständlich“, sagte die Ministerin am Montag in Bensheim. Aus Anlass des EU-Projekttages nahm Lucia Puttrich an einer Diskussion zum Thema Europa mit rund 450 Schülerinnen und Schülern der Geschwister-Scholl-Schule teil.

Was bringt mir die EU?

An verschiedenen Tischen diskutierten Schüler und Lehrer mit der Ministerin über europäische Themen: den Brexit ebenso wie die anstehende Wahl zum Europäischen Parlament oder die gerade unter Jugendlichen umstrittene Urheberrechtsreform. Immer wieder wurde aber auch die grundsätzliche Frage gestellt: Was bringt mir die EU? „Freiheiten, Rechte und Entfaltungschancen, die keine Generation zuvor hatte und von denen viele Menschen in anderen Ländern nur träumen“, lautet die Antwort von Europaministerin Lucia Puttrich. „Wenn wir von Europa immer als Friedens- und Freiheitsunion sprechen, klingt das pathetisch. Aber wir müssen nur ins Flugzeug steigen und ein paar Stunden reisen, um zu erleben, dass die Welt dort anders ist.“

Entscheidende Weichen für die Entwicklung der EU

Bei der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai werden entscheidende Weichen für die Entwicklung der Europäischen Union gestellt, mahnte die Hessische Europaministerin. Sie werbe deshalb insbesondere bei jungen Menschen dafür, die öffentliche Debatte nicht den Populisten und Europagegnern mit ihren vermeintlich einfachen Antworten auf komplizierte Fragen zu überlassen. „Ein Europa, in dem die Mauern und Grenzen wieder hochgezogen sind, ist nicht das Europa, das Sie sich für Ihre Zukunft wünschen können. Wenn Sie wählen dürfen, gehen Sie zur Wahl und ermuntern Sie andere, es auch zu tun. Engagieren Sie sich und helfen dabei, das Europa, das wir haben, noch besser zu machen.“

Nur auf diese Weise, betonte Lucia Puttrich abschließend, könnten auch die anstehenden globalen Herausforderungen gelöst werden: „Wer glaubt, dass der Klimawandel oder die Verschmutzung der Meere an nationalen Grenzen Halt machen, hat die Welt nicht verstanden. Aber gemeinsam können wir Antworten auf die Fragen finden, die uns alle bewegen.“

Hintergrund

Der EU-Projekttag wurde 2007 auf Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich in allen Bundesländern am gleichen Tag statt. Politiker aus Bund, Land und Kommunen können die Gelegenheit nutzen, mit Schülerinnen und Schülern über Europa zu diskutieren. In der Regel liegt der EU-Projekttag in der Europawoche, die im Mai stattfindet. Ausnahmsweise findet er in diesem Jahr am 25. März statt. Termine sind aber auch an den Tagen davor und danach möglich. Auch in diesem Jahr beteiligen sich viele Politiker und viele hessische Schulen mit vielfältigen Aktionen.

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