Symbolisch überreichte der zum Jahresende turnusgemäß ausgeschiedene Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Berlin den Staffelstab an seine rheinland-pfälzische Nachfolgerin Dr. Stefanie Hubig und erklärte dabei:

„Unser Präsidentschaftsjahr war ein in vielerlei Hinsicht besonderes, wie die intensiven Debatten um den Nationalen Bildungsrat, die Abiturstandards oder die Ferientermine zeigten. Ich freue mich, dass wir das deutsche Bildungssystem gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Länder weiterentwickeln und vor allem unsere Ideen zur Förderung der Bildungssprache Deutsch einem bundesweiten Publikum präsentieren konnten.“

Bildungssprache ist wesentlich für den schulischen Erfolg

Unabhängig von der sozialen und familiären Herkunft sei das Beherrschen der Bildungssprache die wesentliche Voraussetzung für den schulischen Erfolg in nahezu allen Fächern, betonte Lorz bereits zu Beginn der hessischen Präsidentschaft vor einem Jahr. Um auf die große sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler ein besonderes Augenmerk zu richten, habe Hessen daher bewusst einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Bildungssprache Deutsch gelegt. „Insgesamt steigt der Anteil von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache weiterhin deutlich, und auch Kinder aus deutschen Elternhäusern haben immer wieder Sprachschwierigkeiten im Unterricht“, so Lorz. Die Sprachfördermaßnahmen müssten deshalb bereits vor der Einschulung beginnen und sich durch die gesamte Schullaufbahn fortsetzen.

Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit

„PISA und der nationale IQB-Bildungstrend bestätigen uns grundsätzlich darin, dass bei der Stärkung bildungssprachlicher Kompetenzen schon einiges erreicht wurde. Gleichzeitig liegt aber auf dem Weg zur Verbesserung von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit noch viel Arbeit vor uns. Es freut mich daher sehr, dass die Kultusministerkonferenz den unter Federführung Hessens erarbeiteten 10-Punkte-Plan ‚Bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache stärken‘ verabschiedet hat und Schulen dadurch mit konkreten Praxisempfehlungen unterstützt.“

Auch wenn die Abstimmungsprozesse innerhalb der Kultusministerkonferenz mitunter langwierig seien, sei ihre Arbeit als Ausdruck gelebter föderaler Mitbestimmung doch unverzichtbar, ergänzte der Minister. „Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kultusministerkonferenz für die professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit und freue mich schon darauf zu erfahren, welche Schwerpunkte unsere Kolleginnen und Kollegen aus Mainz setzen werden.“

Nach diesem spannenden Jahr werde er sich wieder mit aller Kraft dem hessischen Schulsystem widmen und die deutschlandweiten Herausforderungen weiter mitgestalten, erklärte Lorz. „Unser umfangreiches Sprachförderkonzept ergänzen wir künftig nicht nur um eine zusätzliche Unterrichtsstunde Deutsch in der Grundschule, sondern machen Vorlaufkurse vor der Einschulung bei entsprechendem Deutschförderbedarf verpflichtend und entwickeln zudem unseren neuen Grundwortschatz für alle Grundschulen weiter, um die Rechtschreibleistungen der Schülerinnen und Schüler systematisch zu verbessern. Auch wenn die Herausforderungen hoch bleiben, gehe ich optimistisch in das neue Jahrzehnt!“

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