Wer sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt, kommt an Elenoide nicht vorbei. Die humanoide Maschine wurde nach menschlichem Vorbild gebaut. Sie hat ein freundliches Lächeln, blonde Haare, ist 1,70 Meter groß und trägt Kleidergröße 36. Heute (28. Juli) begrüßte sie die Hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus zu einem Besuch bei der RoboTrust-Forschungsgruppe des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) im Darmstädter Leap in Time Lab. Dort erwarteten die Ministerin neben Elenoide weitere kleine und große Roboter mitsamt ihren Entwicklerinnen und Entwicklern, um sich über die neuesten Forschungsergebnisse und Entwicklungen auszutauschen.

Elenoide: Die humanoide Maschine

Sprechen, lachen und Gefühlsausdrücke imitieren – das alles scheint Elenoide leicht von der Hand zu gehen. Tatsächlich steckt dahinter ein ganzes interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, deren Ziel es ist, mit Elenoide die Wirkung von Robotern auf Menschen zu erforschen.

Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus macht in diesem Jahr KI zu einem der Schwerpunkte ihrer Sommerreise. „KI made in Hessen“ soll zu einer Marke für KI-Innovationen mit Verantwortung werden, so eines der Ziele der Ministerin. In Darmstadt sah sie sich heute das ZEVEDI-Pilotprojekt der „Forschungsgruppe RoboTrust“ unter der Leitung von Prof. Dr. rer. pol. Dr. phil. Ruth Stock-Homburg (TUDa) an. Das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) wurde im November 2019 in Darmstadt gegründet. Im Zentrum vernetzen sich hessische Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen und von unterschiedlichen Standorten. Das Zentrum bearbeitet, vermittelt und erklärt ethische und rechtliche Fragestellungen der Digitalisierung, in dem es einen interdisziplinären und dialogorientierten Ansatz verfolgt. Es agiert so an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, um die Potenziale von digitalen Technologien und insbesondere von KI für Hessen zu entfalten. Auf diese Weise werden die Auswirkungen von neuen digitalen Technologien und Anwendungen auf den Menschen gleich von Anfang an mitgedacht, bewertet und in der Produkt- und Technologieentwicklung berücksichtigt. Bis Ende 2023 stellt das Land Hessen hierfür rund 8,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Hintergrund zu RoboTrust

Die RoboTrust- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen anthropomorphe Dienstleistungsroboter in verschiedenen Bereichen wie Handel, Gastronomie oder Banken. Seit Anfang 2020 arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Informatik, den Rechtswissenschaften, der Betriebswirtschaftslehre und Psychologie von der Universität Frankfurt, Universität Kassel und TU Darmstadt an dem Projekt, das bis Jahresende 2022 im Rahmen von ZEVEDI gefördert wird. Die Beantwortung der Frage, wie die inzwischen recht weit entwickelten Roboter verantwortungsbewusst, das heißt im Interesse und zum Schutz des Menschen eingesetzt werden können, steht dabei im Mittelpunkt.
„Ich bin überzeugt davon, dass Künstliche Intelligenz sich nur unter Berücksichtigung ethischer und rechtlicher Aspekte und bei gleichzeitigem Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen als bedeutungsvolle und akzeptierte Schlüsseltechnologie behaupten kann“, so die Hessische Digitalministerin. „Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist das Wissen darüber, was KI kann, wo sie herkommt und wie sie sich in Zukunft auf unser Leben auswirken könnte. Neben der Aufbereitung des aktuellen Wissensstandes bedarf es daher auch eines breiten gesellschaftlichen Dialogs und einer aktiven politischen Gestaltung, um KI ethisch, rechtlich, kulturell und institutionell in die Gesellschaft einzubetten“.
Hessen geht hier voran und ist nicht nur technologisch führend dank starker Forschung und innovativer Unternehmen, sondern stellt sich auch den gesellschaftlichen Fragen. Neben ZEVEDI, dem Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung, hat Hessen bereits 2018 einen Rat für Digitalethik eingesetzt. Diese Institutionen haben den verantwortungsvollen Umgang mit KI besonders im Blick. So formen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft im Dialog ein neues Markenzeichen: „KI made in Hessen“.

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