Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat sich in London mit Vertretern der britischen Sicherheitsbehörden über innovative Sicherheitslösungen in Innenstädten ausgetauscht und angekündigt, konkrete Maßnahmen auch in Hessen zur Anwendung bringen zu wollen.

„Im Bereich städtebaulicher Schutzmaßnahmen vor Terrorattacken ist London schon sehr weit. Wir benötigen auch für hessische Fußgängerzonen, Plätze und öffentliche Bereiche individuelle Lösungen. Überall da, wo viele Menschen zusammenkommen sollte es ein Sicherheitskonzept der Stadt oder Gemeinde geben. Das bedeutet nicht, dass unsere Innenstädte abgeschottet werden müssen - es gibt mittlerweile intelligente städtebauliche Lösungen, die architektonisch ansprechend aussehen und gleichzeitig den Menschen in ihrer Umgebung auf unauffällige aber effektive Weise Schutz bieten“, so Hessens Innenminister Peter Beuth.

Hessische Sicherheitsbehörden beraten Kommunen

Im Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) wurde eigens für die Beratung von hessischen Kommunen eine Architektin eingestellt, eine weitere Architekten-Stelle wird im Polizeipräsidium Frankfurt besetzt. Die Bauexperten stehen den Kommunen bei städtebaulichen Maßnahmen von Anfang an zur Seite, damit frühzeitig auch Sicherheitsaspekte in die Planungen miteinbezogen werden können.

„Wir werden unsere Städte nicht zu Festungen ausbauen. Wir können aber mit klugen Konzepten unsere Innenstädte sicherer machen. In London ist dies bereits anschaulich im Stadtbild zu sehen. Sitzgelegenheiten oder Kunstwerke können Schutzmaßnahmen enthalten, ohne dass es der Betrachter überhaupt merkt. Öffentliche Plätze können so sicherer und zugleich auch ansprechender gestaltet werden. Auch wir wollen Sicherheit immer mitdenken. Mit unserem einmaligen Programm KOMPASS haben wir dafür die beste Grundlage geschaffen, um gemeinsam innovative und individuelle Lösungen zu finden“, so der Minister. Britische Sicherheitsbehörden verfügten aufgrund des sogenannten Nordirlandkonfliktes sowie der anhaltenden Bedrohung durch den internationalen Terrorismus über große Expertise. „Auf Einladung des britischen MI5 werden wir unsere Experten an Schulungsmaßnahmen für städtebauliche Schutzkonzepte des Inlandsnachrichtendienstes teilnehmen lassen“, sagte Peter Beuth.

Videoschutzanlagen sorgen für mehr Sicherheit

Bei der London Metropolitan Police erfuhren der Innenminister und die mit ihm gereisten Vertreter hessischer Sicherheitsbehörden, dass die Metropolitan Police auf rund 16.000 behördliche Kameras Zugriff hat. Neben einer modernen Verkehrsüberwachung sei damit auch ein positiver Effekt für die Strafverfolgung verbunden. Insbesondere Straftaten auf öffentlichen Plätzen oder bei Großveranstaltungen würden dadurch eine effizientere Täterermittlung ermöglichen. Hessen hat zuletzt mit neuen mobilen Video-Anhängern das Videoschutz-Portfolio seiner Polizei um eine sehr flexible Komponente erweitert. Erstmals kamen diese polizeieigenen Anlagen beim Schlossgrabenfest in Darmstadt und auf dem diesjährigen Hessentag in Bad Hersfeld zum Einsatz. Sie ermöglichen eine schnelle unkomplizierte Installation einer Videoschutzanlage. Der Innenminister kündigte angesichts der Eindrücke aus London an, dass die Bemühungen des Landes für einen guten Videoschutz auf öffentlichen Plätzen weiter intensiviert werden.

„Durch klug kombinierte Videoschutzanlagen können wir unseren Bürgern ein deutliches mehr an Sicherheit ermöglichen. Weil wir überzeugt sind und aus den praktischen Erfahrungen wissen, dass wir auch damit einen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheitslage leisten, übernimmt die Hessische Landesregierung schon heute zwei Drittel der Anschaffungskosten für die Einrichtung von Videoüberwachungsanlagen durch die Kommunen. Die 23 Anlagen, die zurzeit in 19 hessischen Städten installiert sind, haben alleine im vergangenen Jahr rund 1.900 Straftaten registriert, bei denen die Aufzeichnungen für die Ermittlungen oder gar zur Klärung der Straftaten beitragen konnten. Hinzu kommt, dass die Videoschutzanlagen auch einen präventiven Nutzen entfalten. Ihre Präsenz trägt spürbar dazu bei, dass an den Örtlichkeiten mit Videoschutzanlagen, Straftaten erst gar nicht mehr stattfinden“, so der Innenminister.

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