Um den digitalen Wandel in ehrenamtlichen Organisationen zu unterstützen, gibt es seit vergangenem Jahr das Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“. Zwei der in diesem Jahr geförderten Vereine sind der TSV 1909 e.V. Lengfeld sowie der Scheffemer Kerbverein e.V.. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat heute beide Vereine besucht und Förderbescheide über insgesamt 20.575 Euro überreicht.

„Es wird zunehmend schwerer, Mitglieder langfristig für die Vereinsarbeit zu gewinnen. Daher wollen wir als Hessische Landesregierung die Ehrenamtlichen unterstützen, um die Arbeit zu erleichtern“, sagte Ministerin Sinemus. „Durch den digitalen Wandel kann vielfach Zeit gespart, effizienter gearbeitet und damit das Ehrenamt hoffentlich ein stückweit attraktiver gemacht werden. Und in der Corona-Pandemie hat er vielen ermöglicht, die Vereinsarbeit zumindest teilweise aufrecht zu erhalten.“

Vorstandsarbeit soll erleichtert werden

Der TSV Lengfeld erhält 15.000 Euro, um seine Vereinsverwaltung zu vereinheitlichen und Prozesse zu verkürzen. Dazu soll neue Hardware angeschafft und die Internet-Infrastruktur verbessert und eine cloudbasierte Vereinsverwaltungssoftware angeschafft werden. Weiterhin ist ein Relaunch der Homepage geplant und der Vereinsvorstand soll externe Hilfe bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung erhalten.

„Wir wurden im Sommer dieses Jahres gewählt, unser Vorstandsteam besteht nun aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern. Unser ältestes Mitglied ist 36 Jahre, die Jüngste im Bunde 21 Jahre alt – gerade deshalb liegt uns die zukunftsweisende Entwicklung des Vereins sehr am Herzen“, sagten die beiden Vorstandsmitglieder Carolin Handschuh und David Zulauf. „Während nun das Vereinsleben im Zuge der Corona-Lockerungen wieder dynamischer wird, fällt auf, dass wir attraktivere Strukturen schaffen müssen, um kommende Generationen für das Ehrenamt im Verein zu begeistern. Unser Dank gilt der Digitalministerin für die unkomplizierte und umfangreiche finanzielle Unterstützung bei unseren Vorhaben.“

Der Scheffemer Kerbverein will mit den 5.575 Euro Fördergeld seine Vorstandsarbeit, Vereinsverwaltung und Mitgliederkommunikation digitalisieren. Dazu sollen eine Vereinsverwaltungssoftware sowie eine einheitliche Hardware für den Vorstand angeschafft werden. Dadurch sollen Vorstands- und Vereinssitzungen auch digital möglich werden und es zudem gewährleistet sein, die Datenschutzvorgaben einzuhalten.

„Wir sind froh, dass wir durch die Fördermittel die Möglichkeit bekommen, unserem Ziel, der Förderung und Verbreitung der Schaafheimer Traditionen ein Stück näher zu kommen und unseren Verein zeitgemäß managen zu können“, sagte der Vorsitzende Christian Roth bei der Übergabe.

160 Vereine erhalten rund 1,5 Millionen Euro

„Ich habe großen Respekt vor diesem Engagement und hoffe, dass unsere Förderung hier gute Unterstützung leisten kann“, betonte Digitalministerin Sinemus. Sie wies zudem auf die Bedeutung der Förderung der Digitalisierung des Ehrenamts hin. „Wir brauchen die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, um es auch in Zukunft lebendig und bereichernd für alle zu erhalten. Ein starkes Ehrenamt ist der Kitt in unserer Gesellschaft.“ Insgesamt zeige das erneut hohe Interesse am Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“, welch großen Bedarf es in der hessischen Vereinslandschaft gebe, den digitalen Wandel anzugehen. Im vergangenen Jahr sind 109 Organisationen mit einer Gesamtsumme von rund 1 Million Euro gefördert worden. In diesem Jahr erhalten rund 160 gemeinnützige Institutionen Beträge zwischen 5.000 und 15.000 Euro, mehr als 450 Anträge wurden eingereicht. Insgesamt steht ein Budget von rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“, das 2020 initiiert wurde, können gemeinnützige Institutionen, deren hessische Dachverbände sowie gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts Unterstützung für Digitalisierungsvorhaben beantragen. Der Schwerpunkt sollte auf der internen Verwaltung oder Struktur der Organisation liegen, wie beispielsweise der Mitgliederverwaltung oder digitalen Besprechungen sowie der Gewinnung neuer Mitglieder. Darüber hinaus können Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen wie zum Beispiel zum Umgang mit den neuen Technologien oder zur Einführung neuer Abläufe und Prozesse gefördert werden. Besonders erwünscht sind ganzheitliche und nachhaltige Konzepte. Der Eigenanteil des Vereins liegt bei mindestens zehn Prozent der Fördersumme.

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