„Reisen bildet - und schützt vor Vorurteilen und Nationalismus“, sagt die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich. Aus diesem Grund wird die Hessische Landesregierung im nächsten Jahr kostenlose Interrail-Tickets für junge Menschen aus Hessen zur Verfügung stellen. „Hessen liegt mitten in Europa und wir leben Europa. Deshalb setzt die Hessische Landesregierung im Haushalt 2020 klare Europa-Akzente“, betont die Ministerin. „Die Landesmittel für die Europapolitik werden – natürlich vorbehaltlich der Zustimmung des Hessischen Landtags – für das nächste Jahr deutlich erhöht. Darüber bin ich sehr froh, denn Europa hat den Stellenwert, den es verdient.“

Reisen bildet – Junge Hessen lernen Europa kennen

Die Vergabe von rund 1000 Interrail-Tickets ist eine von mehreren europapolitischen Maßnahmen im Entwurf des Landeshaushalts 2020. Das Angebot richtet sich an junge Erwachsene zwischen 18 und 22 Jahren und lehnt sich an das Programm #DiscoverEU der EU-Kommission an. Dort können sich Jugendliche aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union über das Internet bewerben und erhalten im besten Fall die Chance, allein oder in Gruppen für bis zu 30 Tage durch Europa zu reisen. Das hessische Projekt wird ähnlich funktionieren. „Diese Maßnahme haben wir im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung vereinbart und setzen sie nun zeitnah um“, betont Lucia Puttrich. „Europa ist für viele Menschen gleichbedeutend mit grenzenlosem Reisen. Wir bieten jungen Erwachsenen ein besonderes Erlebnis, bei dem sie neue Freunde finden und Erfahrungen mit unseren europäischen Nachbarn sammeln können. Sie berichten während und nach ihrer Reise über ihre Eindrücke und werden damit zu hessischen EU-Botschaftern. Reisen ist das beste Mittel gegen den wieder erstarkenden Nationalismus und Ressentiments.“

Für dieses Projekt sind im Entwurf des Landeshaushalts 500.000 Euro vorgesehen. Die organisatorischen Details und das Bewerbungsverfahren werden voraussichtlich im Frühjahr 2020 bekanntgegeben.

Partnerschaften – Menschen erleben Europa

Die Landesregierung fördert jedes Jahr viele europapolitische Vorhaben in Hessen. Die Mittel hierfür sind im Haushaltsentwurf 2020 verdoppelt worden. „Das ist ein sehr gutes bürgernahes Signal, denn dieses Geld kommt den Menschen zugute, die sich in Hessen für Europa engagieren. Von den Fördergeldern profitieren Vereine oder andere Organisationen, die zum Beispiel in Partnergemeinden reisen oder andere Aktivitäten planen, die die Ideen des gemeinsamen Europa fördern“, sagt die Hessische Europaministerin. Allein das hessische Europanetzwerk, das die Ministerin seit einigen Jahren aufbaut, umfasse inzwischen mehr als 500 Mitglieder.

Einen Schwerpunkt der Förderung bilden Aktivitäten mit den hessischen Partnerregionen. Hessen unterhält in Europa Regionalpartnerschaften mit der Emilia-Romagna (Italien), der Nouvelle-Aquitaine (Frankreich), der Wielkopolska (Polen), der Oblast Jaroslawl (Russland) und der Provinz Bursa (Türkei). Eine weitere Partnerschaft mit der serbischen Provinz Vojvodina soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden. Einige Partnerschaften feiern im nächsten Jahr ein Jubiläum: Die Beziehungen nach Frankreich bestehen seit 25 Jahren, die Partnerschaft in die Wielkopolska ist 20 Jahre alt. Vor zehn Jahren wurde die Regionalpartnerschaft mit Bursa geschlossen. Alle drei Jubiläen sollen voraussichtlich im Herbst 2020 gemeinsam in Hessen gefeiert werden.

Hessen als Hotspot der Europapolitik

Erstmals wird Hessen mit mehreren Partnern 2020 eine internationale Europakonferenz in Frankfurt ausrichten. An ihr sollen führende Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Publizistik teilnehmen, um die Europäische Idee für die Zukunft mit- und weiterzuentwickeln und konstruktive Impulse zu setzen. Die Frankfurter Europakonferenz richtet sich gezielt sowohl an ein Fachpublikum als auch an die Bürgerinnen und Bürger. „Hessen ist ausgesprochen europäisch ausgerichtet“, sagt die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich. „Die Europakonferenz ist das richtige Mittel, damit von hier verstärkt wichtige Impulse für unsere weitere gemeinsame Zukunft ausgehen.“

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