##Fortlaufende Diskussionen über gemeinsame Schuldenaufnahme
In vielen europäischen Ländern sowie auf europäischer Ebene reißen die Diskussionen um die Einführung von sogenannten Euro-Bonds nicht ab. Begründet wird die gemeinsame Schuldenaufnahme insbesondere mit den Belastungen durch die Corona-Krise.

„Nicht alles, was nach schneller Hilfe aussieht, ist auch eine gute Lösung.“

Hessens Europaministerin Lucia Puttrich bekräftigte heute ihre skeptische Position zu dem Vorschlag: „Wir wollen und werden unseren europäischen Partnern helfen, wie wir es bereits bei der Finanzkrise getan haben. Wir müssen aber auch schauen, ob gewisse Dinge sinnvoll sind. Nicht alles, was nach schneller Hilfe aussieht, ist auch eine gute Lösung. Unser Wunsch zu helfen, darf die Vernunft nicht überlagern und Euro-Bonds sind auch in der Krise unvernünftig. Es wäre ungefähr so, als ob man seinen Nachbarn bittet, für den eigenen Kredit die Bürgschaft zu übernehmen.

Diejenigen Länder, die eine sehr gute Bonität haben, würden plötzlich für Milliardenkredite anderer Länder bürgen, im schlimmsten Fall sogar vollständig für die Kredite aufkommen. Dies wäre der Einstieg in ein enormes finanzielles Risiko, das Deutschland und die wenigen anderen europäischen Partner bei aller Solidarität nicht schultern könnten“, so Lucia Puttrich.

Größte Hilfsprogramme aller Zeiten auch ohne Euro-Bonds

„Die Idee zur Einführung von Euro-Bonds ist zudem auch nicht neu, sondern kommt bei nahezu jeder krisenhaften Situation auf den Tisch. Deutschland hat sich in der Vergangenheit immer gegen ein solches Instrument ausgesprochen und dabei muss es auch in der aktuellen Krise so bleiben. Derzeit gibt es die wohl größten Hilfsprogramme aller Zeiten um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Und zwar auf allen Ebenen, einschließlich der Europäischen Union. Das zeigt, dass die Staaten und das bestehende System durchaus in der Lage sind, die Folgen der Krise mit den zur Verfügung stehenden Instrumenten zu bewältigen.

Es gibt derzeit weder einen Bedarf noch die Notwendigkeit, zur Einführung von Euro-Bonds – auch nicht unter dem Deckmantel der Corona-Krise“, so Lucia Puttrich.

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