Der Hessische Sportminister Peter Beuth hat das Fachforum „Leistungssport in Hessen - der hessische Weg“ des Landessportbund Hessen (lsb h) besucht und die gemeinsamen Bemühungen zur Nachwuchsförderung im hessischen Spitzensport hervorgehoben. Auf der Konferenz diskutierten Funktionäre, Trainer und Athleten über weitere Verbesserungen für den Nachwuchsleistungssport in Hessen.

Grundstein für die Neuausrichtung

„Mit der Leistungssportreform wurde in den beiden vergangenen Jahren gemeinsam der Grundstein für die Neuausrichtung des Nachwuchsleistungssports in Hessen gelegt. Sie ist das Ergebnis eines Partizipationsprozesses, in den sich die Sportfamilie unseres Landes aktiv eingebracht hat. Den eingeschlagenen hessischen Weg gehen wir gemeinsam weiter, damit sich junge Talente voll und ganz auf ihren sportlichen Erfolg konzentrieren können. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Hessinnen und Hessen auf Medaillenplätzen landen. Hierfür wollen wir stetig verbesserte Rahmenbedingungen schaffen. Nachdem die hessische Landesregierung in den vergangenen Jahren ihre Mittel für den Sport kontinuierlich erhöht hat, legen wir im kommenden Jahr nochmals eine Schippe drauf. 2020 stehen für die Förderung des Sports in Hessen Rekordmittel in Höhe von mehr als 59 Millionen Euro zur Verfügung und für die Unterstützung des Leistungssports investieren wir erneut über 2,5 Millionen“, betonte Sportminister Peter Beuth, der dem Landessportbund Hessen auf der Veranstaltung insgesamt drei Bescheide in Gesamthöhe von mehr als 170.000 Euro überreichte.

Sie dienen der Unterstützung von leistungssporttreibenden Vereinen in Hessen sowie der Verbandsförderung zur Vorbereitung der Athletinnen und Athleten auf Olympia 2020.

Die Mittel für den Leistungssport in Hessen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Während 2015 im Landeshaushalt rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt waren, hat das Land in 2018 und 2019 mit rund 2,5 Millionen und einer Sonderfördermaßnahme in Höhe von einer Million sein Engagement deutlich untermauert. Neben der finanziellen Unterstützung wurden zahlreiche Prozesse gemeinsam mit der Sportfamilie angestoßen, um die Rahmenbedingungen im Leistungssport weiter zu verbessern. Wie der Innenminister darstellte, führte die hessische Leistungssportreform zu zahlreichen strukturellen Verbesserungen, die insbesondere den Athleten, Trainern, Verbänden/Vereinen und dem Behindertensport zugutegekommen sind.

„Seit 1992 ist die Anzahl der gewonnenen Medaillen im Bundesvergleich rückläufig. Viele unserer hessischen Medaillenhoffnungen haben ihre leistungssportliche Karriere beendet oder sie neigt sich dem Ende zu. Mit dem hessischen Weg fördern wir nun gezielt den Nachwuchs. Damit trägt Hessen seinen Teil dazu bei, dass mehr Deutsche Athleten bei Olympia sowie den Paralympics auf dem Podest stehen. Schließlich ist der Nachwuchssport auf Landesebene eine wesentliche Säule des Leistungssports auf Bundesebene“, betonte Sportminister Peter Beuth.

Eingeleitete Verbesserungen für den Leistungssport in Hessen

  • Athleten: Die Athletinnen und Athleten wissen am ehesten, wo der Schuh drückt. Mit der Förderung einer Hessischen Athletenvertretung unterstützt die Landesregierung die Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportler und gibt ihnen eine noch stärkere Stimme. Die Betreuungsbereiche Sportmedizin, Physiotherapie und Trainingswissenschaft haben zuletzt eine deutliche Aufwertung erhalten. Insbesondere mit der Neugründung der Sportklinik Frankfurt wurde eine zentrale Stelle zur Betreuung der Athleten vorgenommen. Hessen setzt darüber hinaus weiter und verstärkt auf die Duale Karriere, die Sportlerinnen und Sportlern flexible und auf den Leistungssport angepasste parallele Bildungs- und Berufschancen ermöglicht und zu einer langfristigen Existenzsicherung führt.
  • Trainer: Im Zuge der Neuausrichtung im Leistungssport hat sich in Hessen ein Fachbeirat Trainer gebildet. Das Land hat In den vergangenen beiden Jahren vier neue Stellen für Landestrainer gemeinsam mit dem lsb h geschaffen. Im Rahmen der Traineroffensive wird eine Optimierung des Landestrainerprogramms forciert. Dies soll gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium durch eine Koordinationsstelle Nachwuchsleistungssport erreicht werden. Überdies werden hessische Trainer in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen bei den Themen Dopingprävention, Kindeswohl und Integrität des Sports unterstützt. Hierfür nimmt das Land mehr als 375.000 Euro in die Hand.
  • Verbände/Vereine: Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport hat die Zuwendungen an die Fachverbände erhöht. Gemeinsam mit dem lsb h und den leistungssportfördernden Vereinen wurden neue Förderkriterien und Eckpunkte für den Spitzensport festgeschrieben. In Vorbereitung auf die Olympischen und Paralympischen Spiele hat das Land eine halbe Million Euro bereitgestellt. Insgesamt hat das Land in den vergangenen beiden Jahren sechs Millionen Euro zur Förderung des Leistungssports investiert.
  • Behindertensport: Die Stärkung des Behindertensports ist für die Hessische Landesregierung eine Herzensangelegenheit. So konnte eine weitere Landestrainerstelle sowie eine Lehrer-Trainer-Stelle für paralympische Athletinnen und Athleten zur Verfügung gestellt werden. Um den Nachwuchs im Behindertensport zu stärken, finanziert das Land eine weitere Stelle beim Hessischen Behinderten und Rehabilitationsverband (HBRS), der sich um dieses wichtige Thema kümmert. An drei Talenttagen und über die Durchführung einer Sportfreizeit konnten zuletzt über 100 Nachwuchstalente gesichtet und an Vereine vermittelt werden. Mit Special-Olympics Hessen sowie dem Hessischen Gehörlosenverband befindet sich das Land im stetigen Austausch. Im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport gibt es seit 2015 ein eigenes Referat, welches sich um Sport für Menschen mit Behinderung und Inklusion befasst.

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