„Der diesjährige Tag der Deutschen Einheit ist ein ganz besonderes Datum: Wir feiern das 30-jährige Bestehen der Bundesrepublik Deutschland und damit 30 Jahre friedvolles Zusammenleben in einem vereinten Land. Und auch nach 30 Jahren ist die Wiedervereinigung ein welthistorisches Geschehen von höchster politischer Bedeutung: Das nach der nationalsozialistischen Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg geteilte Deutschland konnte wieder zusammenwachsen und erlangte internationale Anerkennung und Souveränität. Die Wiedervereinigung hat nicht nur Deutschland betroffen, sondern auch die politische Entwicklung Europas neugestaltet. Mit ihr konnte sich die Freiheit auch östlich der alten Trennlinie entfalten. An Stelle von Unfreiheit, Zwang und Diktatur sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit getreten. Dass wir heute mit Stolz auf dieses historische Ereignis zurückblicken können, ist eine der größten Errungenschaften unserer Nation. Wir verdanken die Wiedervereinigung vor allem dem Mut der Menschen, die ihr Schicksal entschlossen in die eigenen Hände genommen haben und mit Worten, nicht mit Waffen, auf den Straßen für ihre Freiheit gekämpft haben. Mit der Macht des Volkes brachten sie die Diktatur zum Einsturz und ebneten somit den Weg zur Deutschen Einheit“, sagte Bouffier.

„Hass und Hetze dürfen keine Chance haben"
Auch in Hessen sei die deutsch-deutsche Teilung zwischen Hessen und Thüringen unmittelbar erlebbar gewesen. „Durch den Bau der Mauer wurden ganze Dörfer, Familien, Freundinnen und Freunde auseinandergerissen. Plötzlich war es nicht mehr möglich, zu reisen, wohin man wollte. Zu lesen, was man wollte. Für viele Bürgerinnen und Bürger war die Angst vor Überwachung durch den Staat allgegenwärtig. Dies alles muss uns bleibende Mahnung sein, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind. Die friedliche Revolution vor 30 Jahren und die folgende Wiedervereinigung erinnern uns, wie wichtig es ist, für die Werte der Freiheit und der Demokratie einzutreten, - sei es am Stammtisch, auf dem Markplatz oder im Internet. Hass und Hetze dürfen keine Chance haben, und die Menschen, die sie verbreiten, sollen keinen Platz in unserer Gesellschaft erhalten“, betonte der Regierungschef.

„Gerade für junge Menschen, die Diktatur und Unfreiheit nur aus Erzählungen kennen, ist es wichtig, sich mit den Ereignissen vor 30 Jahren und ihren Gründen zu beschäftigen. Deshalb ist der 3. Oktober nicht nur ein Tag der Freude, er ist auch zukünftig bleibende Verpflichtung, aktiv für Demokratie und Freiheit einzutreten“, erklärte Ministerpräsident Bouffier abschließend.

Links:
Hessen auf der Seite "Wir miteinander"

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