Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat das ehrenamtliche Engagement von Henry Mohr aus Gießen, Karin Pflug aus Dillenburg, Hans Sarkowicz aus Gelnhausen, Prof. Dr. Rudolf Steinberg aus Hofheim am Taunus, Prof. Dr. Norbert Winkeljohann aus Bad Homburg und Peter Völker aus Frankfurt gewürdigt. Alle sechs Persönlichkeiten haben vom Regierungschef den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten. „Wir ehren Menschen, die sich in vielfältiger Weise für unser Land einsetzen. Ob in der Wissenschaft, der Kultur oder im Sport – alle leisten ihren Beitrag für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und das Ansehen Hessens in ganz Deutschland. Wir können stolz darauf sein, sie in unseren Reihen zu haben“, erklärte der Ministerpräsident im Biebricher Schloss.

Ein Leben für den Fußball
Seit mehr als drei Jahrzehnten setzt sich Henry Mohr ehrenamtlich für den Fußball in Gießen ein. In dieser Zeit war er unter anderem Kreisfußballwart und engagiert sich noch heute beim Hessischen Fußball-Verband. Integrationsarbeit liegt ihm bei seiner ehrenamtlichen Arbeit besonders am Herzen. Auch deshalb rief er das Projekt „Fußball für Flüchtlingskinder“ ins Leben. „Mehr als 400 Kinder können bislang durch seine Initiative am Fußballtraining teilnehmen, weil sie die entsprechende Ausrüstung erhalten haben. Henry Mohr leistet Herausragendes für den Sport und trägt dazu bei, dass wir den Begriff ‚Willkommenskultur‘ mit Leben füllen. Sein Engagement über mehr als 30 Jahre für den Fußball in Hessen und in Gießen ist herausragend“, erklärte der Regierungschef und überreichte Herrn Mohr die Verdienstmedaille.

Einsatz für den Denkmalschutz
Mehr als 14 Jahre ist Karin Pflug schon Stadtverordnete in Dillenburg. Ganze zehn Jahre wirkte sie davon als Ortsvorsteherin in der Kernstadt. In dieser Zeit hat sie sich vor allem für den Denkmalschutz eingesetzt. So restaurierte sie beispielsweise mit viel Eigenleistung die „Tempelchen“ im Weinberg. „Über die Gebäude und die Architektur erfahren wir viel über die Geschichte eines Ortes. Deshalb ist es so wichtig, Altbewährtes zu erhalten. Denkmalpflege lebt von Menschen wie Karin Pflug, die für die Geschichte ihres Ortes ein besonderes Bewusstsein haben. Sie ist ein leuchtendes Beispiel dafür und hat als politisch Verantwortliche in Dillenburg einen weiteren touristischen Anziehungspunkt geschaffen“, so Bouffier. Heute gehören die „Tempelchen“ zu den bedeutendsten Ausflugszielen in einem der größten Naherholungsgebiete der Dillenburger Kernstadt. Karin Pflug wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt.

Faible für Literatur
Was haben der Schriftsteller Georg Büchner und Hans Sarkowicz gemeinsam? Sie sind nicht nur Hessen, sondern haben beide auch ein besonderes Faible für Literatur. Speziell die Familie Büchner tat es Sarkowicz an. Das Geburtshaus von Georg Büchner in Goddelau, das nun ein kleines Museum ist, geht auf das Engagement des Gelnhauseners zurück. Seit 2014 ist Sarkowicz außerdem Mitglied im Kuratorium zur Verleihung des Hessischen Kulturpreises, dem höchstdotierten Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland. „Georg Büchner hat in seinen jungen Jahren deutschsprachige Literatur entscheidend geprägt. Nicht ohne Grund ist er der Namensgeber des bedeutendsten Preises für Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Deutschland. Hans Sarkowicz hat maßgeblich dazu beigetragen, die südhessische Herkunft des Literaten und seiner Familie zu ergründen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Ein besonderer Verdienst für Hessen und die gesamte Bundesrepublik“, sagte der Ministerpräsident bei der Übergabe des Verdienstkreuzes am Bande.

Verdienste in Forschung und Lehre
Die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt ist heute mit rund 48.000 Studierenden die viertgrößte Universität in der Bundesrepublik Deutschland. Forschung und Lehre haben eine Führungsposition in der Bildungslandschaft eingenommen. Diese Verdienste gehen maßgeblich auf das Wirken von Prof. Dr. Rudolf Steinberg zurück. Auch nach seiner Emeritierung ist er der Universität noch eng verbunden und engagiert sich weiter. „Das Interesse junger Menschen am Studienstandort Frankfurt ist groß. Der Grund dafür liegt auch im breiten Fächerangebot der Universität. Ein Verdienst des ehemaligen Präsidenten Prof. Dr. Rudolf Steinberg. Er hat die Universität Frankfurt entscheidend geprägt und sie in Deutschland zu einem Aushängeschild gemacht. Ich überreiche ihm heute sehr gerne das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, erklärte der Regierungschef.

Verantwortung für die Gesellschaft
Seit 2017 ist Prof. Dr. Norbert Winkeljohann ebenfalls an der Universität in Frankfurt als Honorarprofessor tätig. Das ehemalige Vorstandsmitglied der PricewaterhouseCoopers GmbH hat sich in erheblichem Maß ideell und finanziell bei der Stiftung „Jugend, Bildung, Kultur“ des Unternehmens eingesetzt. Außerdem ist Prof. Dr. Winkeljohann seit 2007 Kuratoriumsmitglied des Städel Museums und hat in dieser Funktion den Erweiterungsbau des Städels maßgeblich unterstützt. „Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich ihrer Verantwortung für die Gesellschaft bewusst sind, haben wir glücklicherweise viele in unserem Land. Menschen wie Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, der sich über viele Jahre für die Bildung junger Menschen und die Förderung von Nachwuchskräften einsetzt. Für seinen Einsatz über viele Jahre danke ich ihm außerordentlich“, betonte Bouffier und überreichte das Verdienstkreuz am Bande.

Fachkenntnisse in Turn- und Sportbewegung
Bei der Turngemeinde Bornheim 1860 e.V. in Frankfurt gibt es Sport- und Kursangebote, die jeden Fitnessstudiobetreiber aufhorchen lassen. Dieses reichhaltige Portfolio geht auch auf die Leistung von Peter Völker zurück. Seit 2007 bringt er seine Fachkenntnisse auch bundesweit in die Turn- und Sportbewegung ein, indem er dem Deutschen Turner-Bund mit Rat und Tat zur Seite steht. „Die TG Bornheim ist in Frankfurt zur Institution geworden. Schwimmkurse für Babys, Schach oder Pilates ­– es ist für jede und jeden etwas dabei. Dieses reichhaltige Angebot geht auf Peter Völker zurück, dem Frankfurt und Hessen viel zu verdanken hat. Als Anerkennung für seinen Einsatz überreiche ich ihm gerne das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, erklärte der Ministerpräsident.

Hintergrund

Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss stiftete im Jahr 1951 den Verdienstorden der Bunderepublik Deutschland. Er wird für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland sowie für Leistungen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Bereich verliehen. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird in acht Stufen verliehen. Im Folgenden sind sie nach Höhe der Stufen geordnet, beginnend mit der niedrigsten: Verdienstmedaille, Verdienstkreuz am Bande (umgangssprachlich: „Bundesverdienstkreuz“), Verdienstkreuz 1. Klasse, Großes Verdienstkreuz, Großes Verdienstkreuz mit Stern, Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, Großkreuz sowie Sonderstufe des Großkreuzes.

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