Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Sonntag, anlässlich des Wechsels im Bischofsamt der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, das Wirken von Bischof Dr. Martin Hein gewürdigt. „Mit Bischof Martin Hein geht einer der profiliertesten Amtsträger der evangelischen Kirche in Deutschland in den Ruhestand. Er hat in den vergangenen 19 Jahren tiefe Spuren hinterlassen und wirkte stets über die eigenen Kirchenmauern hinaus“, sagte der Ministerpräsident heute in Kassel. Bei dem Festgottesdienst wurde Dr. Beate Hofmann als erste Bischöfin Hessens in ihr neues Amt eingeführt.

Bischof Hein sei, laut Ministerpräsident Bouffier, ein Kirchenvertreter, der die gesellschaftliche Diskussion nicht scheute. „Als geistliches Oberhaupt und Bischof haben Sie in vielen Fragen und Themen unserer Zeit stets klar Position bezogen. Ihr Wort war mir und vielen anderen im Land stets sehr wichtig. Wir brauchen heute mehr denn je Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, die Stellung beziehen, die sich einmischen, zu Diskussionen anregen und auch einmal eine Kontroverse aushalten. Das Land und viele Menschen waren Ihnen dankbar, dass Sie in den Zeiten des Geschreis stets ein Mahner zur Besonnenheit waren. Die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist durch Sie wahrnehmbarer geworden. Das ist ein großer Verdienst“, erklärte Bouffier.

Der Regierungschef hob vor allem den guten Austausch mit dem scheidenden Bischof hervor. „Martin Hein hat einen großen Anteil daran, dass wir in Hessen ein gutes und vertrauensvolles Miteinander von Politik und Kirche haben. Die evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck hat ihm viel zu verdanken und ich bin mir sicher, sie lässt ihn ungern gehen. Für die Zukunft wünsche ich ihm im Namen der Hessischen Landesregierung alles erdenklich Gute und Gottes Segen“, so Bouffier.

Als Nachfolgerin wurde Bischöfin Dr. Beate Hofmann bereits im Mai von der Synode gewählt. „Die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Frau zu ihrer Bischöfin gewählt. Das ist eine historische Weichenstellung, über die ich mich ganz besonders freue. Bischöfin Hofmann bringt ganz unterschiedliche Erfahrungen mit: Sie kennt den Bereich der Seelsorge auf dem Land und in sozialen Brennpunkten. Beate Hofmann war in der Diakonie tätig und ist bestens vertraut mit den Fragen zur Kirchenentwicklung und Gemeindeberatung“, so Bouffier. „Ich freue mich auf die Begegnung und den Austausch mit Hessens erster Bischöfin. Auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, ergänzte der Ministerpräsident.

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