Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hat Innenminister Peter Beuth der Stadt Kronberg im Taunus (Hochtaunuskreis) das KOMPASS-Sicherheitssiegel verliehen. Die Kommune nimmt seit Ende 2018 an der bundesweit einmaligen Sicherheitsinitiative teil und hat in dieser Zeit gemeinsam mit der Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern etwaige Problembereiche identifiziert und diese mit passgenauen und konkreten Sicherheitsmaßnahmen beantwortet.

„Der Luftkurort Kronberg im Taunus hat mit frischem Wind über das KOMPASS-Programm Bestehendes auf den Prüfstand gestellt und eine detaillierte Maßnahmenliste erstellt, wie die Sicherheit und insbesondere das Sicherheitsgefühl innerhalb der Stadt weiter verbessert werden kann. Am Ende dieses gemeinsamen Prozesses für die Sicherheit in einer Kommune stehen zahlreiche Maßnahmen, die mit dem KOMPASS-Siegel ausgezeichnet werden. Dieses dokumentiert, dass die Kommune ausgemachte Probleme vor Ort beherzt angepackt, mit großem Einsatz mehr für die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger unternommen hat und sich auch weiterhin verpflichtet fühlt, den Sicherheitsgedanken vor Ort mit Leben zu füllen. Ich freue mich sehr, dass Kronberg für seine intensiven Bemühungen nunmehr das KOMPASS-Sicherheitssiegel erhält“, so Innenminister Peter Beuth.

Über eine in Kronberg erfolgte Bürgerbefragung im Februar 2019 sowie eine Sicherheitskonferenz Ende Juni 2019 konnten festgestellt werden, dass sich die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in ihrer Stadt bereits sehr sicher fühlen. Als Örtlichkeiten mit Verbesserungsbedarf wurden der Berliner Platz, der Viktoriapark sowie der Quellenpark Kronthal benannt. Sowohl eine bessere Ausleuchtung der Örtlichkeiten, als auch der Aufenthalt größerer Personengruppen in spätsommerlichen Abendstunden, wurden als dringlichstes Problem ausgemacht. An diesen Örtlichkeiten wurde mittlerweile die Beleuchtung ausgetauscht und Bäume und Sträucher zurückgeschnitten. Gleichzeitig wurde die Jugendkoordination seitens der Stadt verstärkt und mit einem Jugendcafe eine neue Anlaufstelle für Jugendliche mitten in der Altstadt eröffnet. Darüber hinaus wurde ein Jugendrat gegründet, um Jugendliche noch stärker in die Entscheidungsprozesse der Stadt Kronberg im Taunus einzubeziehen.

Im Rahmen des KOMPASS-Programms wurde ein „Schutzmann vor Ort“ eingeführt, der für die Bürgerinnen und Bürger sowohl als Fußstreife in der Stadt unterwegs als auch zu festen Sprechzeiten in seinem Büro erreichbar ist. Mittlerweile wurden zudem elf Sicherheitsberaterinnen und -berater für Senioren ausgebildet, die innerhalb der Kommune über Straftaten zum Nachteil älterer Menschen informieren oder Tipps geben, wie man sein Eigenheim vor Einbrüchen bestmöglich sichern kann. Ein Präventionsrat befasst sich zudem in regelmäßigen Abständen mit den aktuellen Entwicklungen und Sicherheitsbedarfen innerhalb der Stadt.

„Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik belegt, dass Hessen und auch Kronberg sehr sicher sind. Mit einigen individuellen Präventionsmaßnahmen haben die Beteiligten in den vergangenen zweieinhalb Jahren kleinere und größere Sorgen und Ängste aus der Bürgerschaft aufgegriffen und zu einer Verbesserung des Sicherheitsgefühls beitragen. Wenn, wie hier in Kronberg, Lösungen erfolgreich umgesetzt werden, werden KOMPASS-Kommunen mit einem Sicherheitssiegel ausgezeichnet. Diese Auszeichnung bedeutet nicht, dass hier künftig keine Straftat mehr passieren. Sie steht vielmehr dafür, dass die Kommune sich in besonderem Maße für seine Bürgerinnen und Bürger einsetzt“, so der Innenminister.

Bereits 94 hessische Kommunen nehmen an der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport teil. Über 2,6 Millionen Hessinnen und Hessen profitieren damit von der bundesweit einmaligen Initiative. Zahlreiche Bürgerbefragungen und lokale Sicherheitskonferenzen haben stattgefunden. Als Ausfluss daraus sind jeweils vor Ort in den KOMPASS-Kommunen passgenaue Lösungen für identifizierte Problemlagen angestoßen und vielerorts bereits umgesetzt worden.

Sicherheitsinitiative wird erweitert: KOMPASSpartner und KOMPASSregion

Mit KOMPASSpartner und KOMPASSregion bietet die Sicherheitsinitiative des Landes künftig speziell auch kleineren Kommunen einen leichten Einstieg in das Sicherheitsprogramm. So können kleinere Kommunen zunächst als KOMPASSpartner von einzelnen KOMPASS-Bausteinen profitieren. Ebenso können sich mehrere kleinere Kommunen als KOMPASSregion zusammentun und so gemeinsam die Vorteile des Programms nutzen und sich das kommunalen Engagement für mehr Sicherheit aufteilen. Bereits drei Regionen befinden sich im Aufbau für das neue Programm KOMPASSregion: „Hoher Meißner“ (Waldkappel, Hessisch Lichtenau und Großalmerode), „Oberer Rheingau“ (Kiedrich und Walluf, außerdem gibt es weitere Interessenten) und „Weschnitztal“ (Lindenfels, Fürth, Rimbach und Mörlenbach).

„Gemeinsam Sicher In Hessen“: Zukunft der Sicherheit in Hessen wird gemeinsam gestaltet

„Die hessische Polizei hat eine Vielzahl von individuellen Präventionsprojekten im Angebot, die in den Kommunen in unterschiedlicher Intensität Anwendung finden können. KOMPASS hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich alle Beteiligten aktiv in den Prozess einbringen. Schließlich wissen die Bürgerinnen und Bürger in unseren Kommunen am ehesten, wo der Schuh drückt und die Gemeinde, was umsetzbar ist. Diese vernetzte Sicherheit zwischen Bürgern, Kommunen, Land und Polizei wollen wir unter der neuen Dachmarke ‚Gemeinsam Sicher In Hessen‘ vereinen und stetig weiterentwickeln. Im Zentrum aller Maßnahmen sollen die Bürgerinnen und Bürger stehen. Sie werden sich künftig bei ‚Gemeinsam Sicher In Hessen‘ noch stärker – online und offline – einbringen können, damit Hessen noch sicherer wird“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Weiterführende Informationen zum KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel finden Sie unter kompass.hessen.de. Interessierte Kommunen können sich an kompass@hmdis.hessen.de wenden.

Hintergrund:

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der erfassten Straftaten im Hochtaunuskreis sowie in der Stadt Kronberg im Taunus sukzessive zurückgegangen. Die Polizeidirektion verzeichnete 2020 insgesamt 8.698 (-3,7 Prozent) Straftaten im Zuständigkeitsbereich, während die Aufklärungsquote um 4,8 Prozentpunkte auf 63,5 Prozent gesteigert werden konnte. Damit ist der Hochtaunuskreis weiterhin einer der sichersten Landkreise in Hessen. Die Anzahl der erfassten Straftaten in Kronberg im Taunus war 2020 mit 3.287 Straftaten (hochgerechnet) pro 100.000 Einwohner ebenfalls auf einem sehr niedrigen Niveau.

Die Sicherheitslage wird in den hessischen Kommunen von Jahr zu Jahr signifikant besser. 2020 ist war die Kriminalitätsbelastung in Hessen im vierten Jahr in Folge erneut deutlich gesunken. Mit genau 342.423 Straftaten wurden 22.410 Fälle weniger gezählt als noch im Vorjahr (- 6,1 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit 1980. Die Kriminalitätsbelastung ist mit 5.446 Straftaten pro 100.000 Einwohner ebenfalls weiter gesunken (2019: 5.823). Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist damit auf einem historischen Tiefstand. 65,5 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Das ist nach 2019 (65,2 Prozent) erneut der mit Abstand höchste jemals gemessene Wert, seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

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