„Ich freue mich, dass in dieser Woche der Mietvertrag für das Haus des Jugendrechts in Kassel unterzeichnet wurde. Unter Federführung des Hessischen Ministeriums der Justiz schreiben wir die Erfolgsgeschichte mit dem bereits sechsten Haus des Jugendrechts fort. Wir setzen damit ein klares Zeichen in Nordhessen – nur gemeinsam mit Stadt, Justiz und Polizei gelingt effektive Kriminalitätsbekämpfung. Über eine Million Euro werden in das Projekt investiert, wovon das Land Hessen rund drei Viertel der Kosten trägt. In dem Haus des Jugendrechts in Kassel sollen rund 15 Beamtinnen und Beamte, drei Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie sieben Beschäftigte der Jugendgerichtshilfe unter einem Dach zusammenarbeiten. Nach den nötigen Umbaumaßnahmen können wir mit einer Eröffnung im ersten Halbjahr 2021 rechnen“, erklärte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann.

Verzahnung von Polizei, Justiz und Jugendhilfe unter einem Dach
Mit der engen Verzahnung von Polizei, Justiz und Jugendhilfe unter einem Dach sollen künftig Maßnahmen gegen Jugendkriminalität und -gewalt noch effektiver und schneller greifen. „Das Haus des Jugendrechts ist ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Sicherheitslage in Kassel“, erklärte Oberbürgermeister Christian Geselle das Projekt, das von städtischer Seite seit 2018 vorangetrieben wurde. „Gleichzeitig wird die Einrichtung dabei helfen, die weitere Entwicklung von straffällig gewordenen Jugendlichen nachhaltig zu beeinflussen, um sie vor weiterem Fehlverhalten zu bewahren.“

Konrad Stelzenbach, Polizeipräsident in Nordhessen, fügte hinzu: „Schon bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Einrichtung eines Hauses des Jugendrechts in Kassel waren wir, auch aufgrund der Erfahrungen mit gleichen Einrichtungen in Hessen, der festen Überzeugung, damit die Bearbeitung von Straftaten durch Jugendliche und Heranwachsende schneller und effektiver durchführen zu können –was zugleich einen präventiven Nutzen hat. Ich freue mich, dass nun alle Voraussetzungen für die dazu notwendige enge Zusammenarbeit von Stadt, Staatsanwaltschaft und Polizei in der Bekämpfung der Jugendkriminalität geschaffen sind. Der Mietvertrag für das gemeinsame Haus ist unterschrieben, es kann jetzt für seine Zweckbestimmung hergerichtet werden und die Eröffnung ist damit absehbar. Nachdem die Stadt Kassel 2019 in das Kommunalprogramm Sicherheitssiegel (KOMPASS) aufgenommen worden ist, steht nun ein weiterer bedeutender Schritt zur Verbesserung der Sicherheitsarchitektur in Nordhessen vor der Umsetzung.“

„Der Schlüssel für effektive Kriminalitätsbekämpfung“
„Gerade bei sehr jungen Straftätern können schon wenige Monate ausreichen, um kriminelle Karrieren zu festigen. Dem wollen wir durch ein intensives Eingehen auf die Täter, gute Informationsarbeit zwischen den unterschiedlichen Behörden und schnellen Entscheidungen entgegenwirken. Denn oftmals ist es nicht die Strafe selbst, sondern der Umstand, dass die gesellschaftliche Reaktion auf dem Fuße folgt, der junge Menschen zum Umdenken bewegt“, sagte Hessens Justizministerin.

„Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass wir mit den Häusern des Jugendrechts geradezu eine mustergültige Kooperation eingehen, um auch den Neuregelungen des Jugendgerichtsgesetzes gerecht zu werden. Diese sehen insbesondere vor, dass frühzeitig die Jugendgerichtshilfe eingebunden und die audiovisuelle Vernehmung und die Pflichtverteidigung ausgeweitet werden. Diese Regelungen haben – sowohl nach der Bewertung der Gesetzesverfasser als auch der durch betroffene Praktiker – einen noch höheren Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten Institutionen zur Folge. Vor diesem Hintergrund zeigt sich einmal mehr, dass Zusammenarbeit der Schlüssel für effektive Kriminalitätsbekämpfung ist“, so Eva Kühne-Hörmann abschließend.

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