Innenminister Peter Beuth hat den modernisierten Freiluftschießstand in Lorch eröffnet und sich über die Trainingsmöglichkeiten der hessischen Polizei auf der neuen Anlage informiert. Streifenpolizisten, Notinterventionsteams und Spezialeinheiten der hessischen Polizei demonstrierten wie dort an Handfeuerwaffen sowie der neuen Mitteldistanzwaffe der hessischen Polizei geübt und ausgebildet wird.

„Um für vielfältige Bedrohungsszenarien optimal gerüstet zu sein, haben wir im letzten Jahr rund 1.500 neue Mitteldistanzwaffen für die hessische Polizei beschafft. Mit dem für drei Millionen Euro modernisierten Freiluftschießstand in Lorch steht den Beamtinnen und Beamten der hessischen Polizei nun eine moderne Trainingsstätte zur Verfügung, die optimale Voraussetzungen für das polizeiliche Einsatztraining schafft. Realitätsnahe Übungen an den unterschiedlichen Waffengattungen sowie das Trainieren dynamischer Einsatzszenarien, sind für den Erfolg polizeilicher Einsätze entscheidend. In Lorch rüsten sich künftig wieder unsere Polizistinnen und Polizisten dafür, um den Bürgern in sämtlichen Notlagen Hilfe und Schutz zu bieten“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Schießstätte umfassend modernisiert

Rund drei Millionen Euro hat die Hessische Landesregierung in die Modernisierung der Freiluftschießanlage in Lorch investiert. Bereits vor den Modernisierungsmaßnahmen diente die Schießstätte im Rheingau der hessischen Polizei für das polizeiliche Schieß- und Einsatztraining. Der nun erfolgte Aus- und Umbau ermöglicht das Befahren der 25-Meter-Anlage für dynamische Übungen mit Fahrzeugen und den realitätsnahen Trainingseinsatz der Mitteldistanzwaffe.

1.500 neue G38-Gewehre für die hessische Polizei

Beim Übungsszenario demonstrierten Notinterventionsteams den Einsatz der neuen Mitteldistanzwaffe der hessischen Polizei: das G38. Um rasch die Reaktionsfähigkeit der hessischen Polizei gegenüber Terroristen und anderen gefährlichen Kriminellen weiter zu erhöhen, wurden bereits 2018 130 G36-Gewehre an die sechs Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) ausgeliefert. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren wurde die Firma Heckler und Koch mit der Lieferung von rund 1.500 modernen G38-Gewehren beauftragt. Die Auslieferung der Waffen erfolgt seit Frühjahr 2020. Die G38-Gewehre für die hessische Polizei werden so modifiziert, dass nur der gezielte Einzelschuss möglich ist, nicht das sogenannte Dauerfeuer.

„Mit der modernen Mitteldistanzwaffe geben wir den Kolleginnen und Kollegen landesweit die notwendige Durchschlagskraft im Kampf gegen Schwerverbrecher und gefährliche Fanatiker an die Hand. Anschlags- und Amoktaten mit schwer bewaffneten Tätern haben auf schreckliche Weise verdeutlicht, dass die Polizei auch für solche Szenarien gerüstet sein muss. Darauf haben wir mit unserer Sicherheitsstrategie und den landesweit aufgebauten Notinterventionsteams unmittelbar reagiert und unsere Polizei robuster ausgestattet und intensiv geschult. Wir werden die Ausrüstung der gesamten Polizei auch künftig weiter verbessern. Die kurzfristig verbesserte Standard-Maschinenpistole ersetzen wir jetzt sukzessive durch das leistungsstärkere Gewehr. Der Schießstand in Lorch ermöglicht der Polizei nun optimale Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung am G38“, sagte der Innenminister.

Moderne Ausstattung für die hessische Polizei

Die Hessische Landesregierung investiert 2020 so viel Geld wie noch nie in den Bereich der Inneren Sicherheit. Während vor 20 Jahren noch 766 Millionen Euro für die Polizei im Haushalt zur Verfügung standen, liegt der Wert im Jahr 2020 bei 1,8 Milliarden Euro. Die Modernisierung der Dienst- und Schutzbekleidung und die Beschaffung neuer Mitteldistanzwaffen stärken die Reaktionsfähigkeit der hessischen Polizei weiter. Hierfür investiert die Hessische Landesregierung 2020 rund zehn Millionen Euro. Zu den Maßnahmenpaketen zur Verbesserung der Ausstattung der hessischen Polizei zählen neben der neuen Mitteldistanzwaffe auch die Beschaffung von 2.400 ballistischen Schutzpaketen für Notinterventionsteams, weitere 1.000 Körperschutzausstattungen, 10 000 ballistische Schutzwesten mit integriertem Stichschutz sowie 10.000 Schnittschutzschals.

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