Claus Schrott aus Eppstein hat heute in Wiesbaden den Hessischen Verdienstorden erhalten. Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer überreichte die Auszeichnung des Hessischen Ministerpräsidenten im Rahmen einer Feierstunde: „Claus Schrott hat sich in beispielgebender Weise für krebskranke Menschen eingesetzt. Über viele Jahre hat er sich für eine gute Patientenversorgung engagiert und damit das Leben vieler Menschen nachhaltig verbessert oder gerettet. Deshalb freue ich mich sehr, ihm heute den Verdienstorden unseres Landes als Zeichen der Anerkennung zu übergeben.“ Schäfer würdigte den Geehrten als ausgezeichneten Netzwerker, dem das Wohlergehen schwerkranker Menschen ein großes Anliegen sei. „Ihnen geht es stets darum, konkrete Verbesserungen im Alltag der Erkrankten zu erzielen. Als echter Tausendsassa haben Sie es in jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit geschafft, für dieses Anliegen viele weitere Mitmenschen zu begeistern. Ich durfte Ihr Werben für die Sache der Stiftung auch persönlich erleben, als Sie mich für die Mitgliedschaft im Vorstand gewannen“, erläuterte der Minister in seiner Laudatio. Schäfer fügte hinzu, dass Schrott sich ferner in verschiedenen fachverbandlichen Funktionen sehr um den Chemiestandort Hessen verdient gemacht habe.

Lebensrettende Patientenversorgung

Claus Schrott, Jahrgang 1948, war von 1969 bis 1972 als Diplom-Ingenieur für Chemie- und Verfahrenstechnik an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden tätig. Im Jahr 1972 begann er seine Tätigkeit als Pharma-Referent bei Fresenius. Sein Tätigkeitsschwerpunkt war der grundlegende Aufbau einer Patientenversorgung mit künstlicher Ernährung, die im Laufe der Jahre für die Gesundheit vieler Patienten wichtig und häufig sogar lebensrettend war. Während seiner langen Tätigkeit für Fresenius war er zuletzt Geschäftsführer der Tochterfirma Fresenius Kabi Deutschland GmbH, bevor er 2011 in den Ruhestand eintrat.

Einsatz für Krebspatienten

Der Geehrte ist Mitbegründer der gemeinnützigen „Stiftung Leben mit Krebs“ in Wiesbaden. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben von Krebspatienten zu verbessern. Daher finanziert die Stiftung insbesondere Therapeuten, die gezielt Sport- und Kunstprogramme anbieten sowie Patientenberatungen und die Durchführung von Kursen. 2012 hat Schrott sich dafür eingesetzt, dass die Stiftung gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration als Partner der Initiative „Du bist kostbar“ Ideen einbringt, wie sich ein Leben ohne Krebs ermöglichen und ein Leben mit Krebs erleichtern lässt. 2015 wurde diese Initiative zusammen mit der Deutschen Krebsgesellschaft auf die Bundesebene ausgedehnt. Ein weiteres wichtiges Benefizprojekt der Stiftung ist die Regatta „Rudern gegen Krebs“, die bundesweit in Kooperation mit lokalen Rudervereinen und onkologischen Therapieeinrichtungen ausgetragen wird. Sie ist die größte Amateur-Sportserie in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit, so dass 2018 die 100. Regatta ausgetragen wurde.

Claus Schrott war zudem Ideengeber des Hessischen Stiftungstags, einer Veranstaltung, bei der sich Stiftungen untereinander, aber auch mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft vernetzen können. Der Stiftungstag wurde 2005 erstmalig durchgeführt und findet seither alle zwei Jahre statt. Schrott ist seit der Anfangszeit ständiges Mitglied des Stiftungstag-Ausschusses, der in der Hessischen Staatskanzlei angesiedelt ist.

Engagement für Chemiestandort Hessen

Der Geehrte hat sich zudem für fachverbandliche Belange und den Chemiestandort Hessen engagiert. Von 2000 bis 2013 war er Vorstandsmitglied des Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland im Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), dessen Vorsitzender er von 2004 bis 2012 war. Ferner war er in den Jahren 2005 bis 2012 Vorstandsmitglied des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) Hessen.

Der Finanzminister erklärte abschließend: „Sehr geehrter Herr Schrott, der Mensch steht für Sie stets im Mittelpunkt Ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Dank Ihres Engagements haben Sie dazu beigetragen, sehr vielen Menschen den Umgang mit der Diagnose Krebs zu erleichtern. Als Mitstreiter für dieses Anliegen schätzen wir uns glücklich, Sie an unserer Seite zu wissen. Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Einsatz für das Gemeinwohl!“

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