Hessens Finanzminister hat heute dem Bürgermeister der Stadt Gladenbach einen Förderbescheid in Höhe von 9.000 Euro überreicht. Das Geld stammt aus dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ und dient der Integration von Menschen, die nach Hessen geflüchtet sind. „Dieses Programm ist bundesweit einzigartig und zwar hinsichtlich seines Aufbaus und der bereitgestellten Gelder. Seit dem Jahr 2016 stellt das Land jährlich 2,4 Millionen Euro bereit, um auch über die Integration in Sportvereine Flüchtlingen die Ankunft in Hessen zu erleichtern. Die Vielzahl der gestellten Anträge sowie die Rückmeldungen aus den Städten und Gemeinden zeigen uns nicht nur wie gut das Programm angenommen wird, sondern auch wie gut investiert das Geld ist. So auch in Gladenbach. Die Stadt hat seit Anlaufen des Programms damit bereits fast 30.000 Euro für die sportliche Integration erhalten“, berichtete Thomas Schäfer.

Zentrales Element des Programms, das auch in Kooperation mit dem Landessportbund Hessen umgesetzt wird, sind die sogenannten Sport-Coaches. Sie werden im Rahmen des Programms besonders geschult und fungieren als Netzwerker, die den Kontakt zwischen Flüchtlingen und Vereinen herstellen und sämtliche Aktivitäten koordinieren. Derzeit sind rund 300 Sport-Coaches hessenweit aktiv. Die Kommunen können mit den Fördermitteln aus „Sport und Flüchtlinge“ aber nicht nur die Aufwandsentschädigungen für die Coaches finanzieren, sondern auch ganz konkret in ihre Sportangebote investieren. Über die Hälfte der hessischen Gemeinden nehmen an dem Landesprogramm teil. „Für Sportvereine und ihre Mitglieder entstehen an vielen Stellen Kosten: Ausrüstungen, Turnieranmeldungen, Reisen zu Wettkämpfen oder etwa Ausflüge schlagen schnell zu Buche. Mit den zur Verfügung gestellten Beiträgen lassen sich für die Vereine viele Ausgaben leichter finanzieren. Genau das ist Ziel und Zweck unseres Programms“, sagte der Finanzminister.

Flüchtlinge und Migranten für ehrenamtliches Engagement gewinnen

Da viele Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund mittlerweile seit mehreren Jahren in Hessen leben, wurde das Programm um eine zweite Säule erweitert. Über gezielte Maßnahmen sollen Flüchtlinge und Migranten für ein ehrenamtliches Engagement im Sportverein gewonnen werden. „Durch diese Aufgabe erwerben sie Qualifikationen, die ihnen die Integration in Deutschland erleichtern. Und sie können als Vorbilder für andere Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund wirken“, so Thomas Schäfer, der allen Beteiligten für ihren Einsatz dankte: „Integration kann nur gelingen, wenn beide Seiten sich einander öffnen und die Hand reichen. Hierfür danke ich der Stadt, den Vertretern der örtlichen Vereine, den Menschen, die sich ehrenamtlich als Sport-Coaches für ihre geflüchteten Mitmenschen einsetzen und nicht zuletzt allen Flüchtlingen, die hier in der Gemeinschaft vor Ort mitanpacken. Nur, wenn möglichst viele mitmachen und an einem Strang ziehen, kann ‚Sport und Flüchtlinge‘ auch umgesetzt und damit gelebt werden. Das machen Sie hier vor Ort ganz wunderbar!“ Die drei neu ausgebildeten Sport-Coaches erhielten aus den Händen des Ministers als Anerkennung für ihren Einsatz eine Urkunde des Landes.

„Gut zwei Millionen Ehrenamtliche setzen sich in über 48.000 gemeinnützigen Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen für ihre Mitmenschen in Hessen ein. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Beispiele für wunderbares ehrenamtliches Engagement. Auch und gerade im Bereich der Flüchtlinge. Die schöne Botschaft ist: In Hessen bleiben die Menschen in Kontakt miteinander. Und das soll so bleiben. Auch ich setzte mich deshalb für gute Rahmenbedingungen beim Ehrenamt sein“, so der Finanzminister. Zuletzt haben sich die Finanzministerinnen und Finanzminister der Länder bei ihrer Jahreskonferenz im Mai 2019, unter Vorsitz von Dr. Thomas Schäfer, für eine Vielzahl gesetzgeberischer Maßnahmen zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements ausgesprochen. „Wir haben beschlossen, noch mehr zu tun, um gemeinnütziges Engagement zu fördern und zu erleichtern und hoffen, dass der Bund nun dabei mitzieht. Die Länder möchten unter anderem die Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschalen für die Engagierten und die Freigrenzen für Vereine deutlich erhöhen. Das haben die Ehrenamtler und Vereine mehr als verdient! Das Ehrenamt ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar“, unterstrich der Minister.

Die Übungsleiterpauschale auf 3.000 Euro jährlich anheben

Die Finanzministerkonferenz spricht sich unter anderem dafür aus, dass die Übungsleiterpauschale um 600 Euro auf 3.000 Euro jährlich angehoben wird. Die Ehrenamtspauschale soll um 120 Euro auf 840 Euro steigen. Wer zum Beispiel bei den Freiwilligen Feuerwehren, in Sportvereinen, in kulturellen oder sozialen Einrichtungen ehrenamtlich tätig ist, soll also künftig einen höheren Betrag steuerfrei als Aufwandsentschädigung beziehungsweise Vergütung erhalten dürfen. Auch die Grenze, bis zu der ein vereinfachtes Verfahren für die Bestätigung von Spenden gilt, soll von 200 Euro auf 300 Euro erhöht werden.

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