Die Justizministerin nutzte die Gelegenheit Frau Opitz für ihr jahrzehntelanges Wirken für und in der Justiz zu danken: „Sehr geehrte Frau Opitz, Sie blicken auf eine abwechslungsreiche Ausbildung und Karriere zurück. Während des Studiums der Erziehungswissenschaften haben Sie sich entschieden, parallel den Weg in die Rechtswissenschaften zu beschreiten. Diese Entscheidung war für uns alle eine glückliche Fügung, haben sich doch mehr als 30 Dienstjahre in der hessischen Justiz angeschlossen. In dieser Zeit haben Sie viel bewegt. Zu nennen ist insbesondere Ihr jahrelanges herausragendes Engagement als besondere Frauenbeauftragte für den Staatsanwaltsdienst. Darüber hinaus haben Sie während Ihrer Tätigkeit bei der Generalstaatsanwaltschaft viel für die Effektivierung und Organisation der hessischen Staatsanwaltschaften getan. Ihr Wirken ist auch heute noch spürbar. In Ihren letzten Dienstjahren als Behördenleiterin der Staatsanwaltschaft in Hanau hat sich offensichtlich die Erziehungswissenschaftlerin in Ihnen nochmals gezeigt, indem Sie zu einer Verfechterin des Hauses des Jugendrechts in Hanau geworden sind. Ohne Sie würde es das Projekt in Hanau vielleicht so nicht geben.“

Bei den Häusern des Jugendrechts handelt es sich um gemeinsame Einrichtungen staatlicher Institutionen der Jugendhilfe, bzw. Jugendgerichtshilfe, Polizei und Staatsanwaltschaften und gegebenenfalls von freien Trägern. Bisher bestehen vier Häuser des Jugendrechts in Hessen. Hanau wird das fünfte werden. Mit der konzentrierten örtlichen Zusammenarbeit erfolgt die Bekämpfung der Jugendkriminalität ohne die oft sehr jungen Opfer und Täter aus dem Blick zu verlieren.

„Liebe Frau Opitz, über diese Projekte hinaus haben Sie sich auch immer für ‚Ihre‘ Staatsanwaltschaften und Bediensteten engagiert und hatten stets den Blick für die Belange vor Ort. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich. Für Ihren verdienten Ruhestand wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Gesundheit und Zeit für die Familie und Ihr Ferienhäuschen in Schweden“, so Eva Kühne-Hörmann weiter.

Frau Elisabeth Opitz wurde am 25. April 1956 in Frankfurt am Main geboren. Nach ihrem Abitur im Jahr 1975 begann sie das Studium der Erziehungswissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Im Jahr 1978 nahm Frau Opitz parallel das Studium der Rechtswissenschaften auf. 1981 erlangte sie das Diplom der Fachrichtung Sozialpädagogik und bestand 1985 die erste juristische Staatsprüfung. Ihr Rechtsreferendariat leistete Frau Opitz bei dem Landgericht Frankfurt am Main ab, welches Sie 1988 mit der zweiten juristischen Staatsprüfung abschloss.

1989 wurde Frau Opitz zur Richterin auf Probe und 1992 zur Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ernannt. Nach einer Abordnung an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main wurde sie im Dezember 1995 zur Oberstaatsanwältin als Dezernentin bei der Generalsstaatsanwaltschaft ernannt. Nachdem Abordnungen an die Staatsanwaltschaft Wiesbaden zur Wahrnehmung der Aufgaben der ständigen Vertreterin des Leitenden Oberstaatsanwalts und an das Hessische Ministerium der Justiz erfolgten, wurde sie im Juli 2004 zur Leiterin der Staatsanwaltschaft Marburg ernannt. Seit Oktober 2006 bis Mai 2020 war Frau Opitz die Leiterin der Staatsanwaltschaft Hanau.

Zusätzlich nahm Frau Opitz von 2000 bis 2004 die Aufgaben der Frauenbeauftragten für den Staatsanwaltsdienst wahr.

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