„Wer einen Rundgang durch die Neue Frankfurter Altstadt macht, der wird auch auf Ideen stoßen, die auf das Engagement von Professor Dietrich Wilhelm Dreysse zurückzuführen sind: Wir würdigen heute seinen jahrzehntelangen Einsatz als Stadtplaner und Architekt, der weit über sein berufliches Wirken hinausreicht.“ Mit diesen Worten hat Hessens Finanzminister Michael Boddenberg in Wiesbaden das Bundesverdienstkreuz an Professor Dietrich Wilhelm Dreysse aus Frankfurt überreicht. Die Auszeichnung wurde dem Geehrten vom Bundespräsidenten in der Ordensstufe „Verdienstkreuz am Bande“ verliehen. „Professor Dreysse hat sich außerdem in beispielgebender Weise für Menschenrechte, den interkulturellen Austausch sowie für eine lebendige Erinnerungskultur engagiert. Ob als Kuratoriumsmitglied der Stiftung medico international, im Einsatz für Frankfurts Partnerschaft mit der Stadt Granada oder für die Initiative 9. November e.V. – er hat sich außerordentlich um die Gesellschaft verdient gemacht. Deshalb freuen wir uns mit ihm über die Auszeichnung, die ihm durch den Bundespräsidenten zuteilwird“, erklärte der Finanzminister in seiner Laudatio.

Dietrich Wilhelm Dreysse, geboren 1937, schloss sein Studium zum Diplom-Architekt 1963 ab. Seit 1970 ist er als freischaffender Architekt in Frankfurt tätig. Zudem hat er seit 1975 eine Professur in Straßburg inne.

Für die architektonische und städtebauliche Entwicklung Frankfurts hat sich der Geehrte vielfach engagiert, unter anderem durch Studien und Planungen sowie durch die Mitarbeit in den Planungswerkstätten zur Neuen Frankfurter Altstadt. Als Mitglied und von 2002 bis 2009 auch als Vorsitzender des Städtebaubeirats der Stadt Frankfurt hat er seit Mitte der 1990er Jahre wertvolle Impulse für das städtische Erscheinungsbild gegeben. Mit seinem Fachwissen hat er sich ferner ehrenamtlich für die Ernst-May-Gesellschaft e.V. eingesetzt und die Arbeitsgemeinschaft „Neues Frankfurt“ als Mitgründer gestaltet. Sein Engagement trägt somit wesentlich dazu bei, den Einfluss dieser Zeit auf das Stadtbild Frankfurts aufzuzeigen und ihr Erbe zu bewahren. Dies zeigt sich unter anderem am Beispiel der Integration der ehemaligen Großmarkthalle in den Bau der Europäischen Zentralbank, für die sich Dreysse eingesetzt hat.

Darüber hinaus hat der Geehrte sich seit 2004 ehrenamtlich als Kuratoriumsmitglied der Stiftung medico international engagiert. Die Stiftung setzt sich für globale Gerechtigkeit und das universelle Menschenrecht auf Gesundheit ein. Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Granada setzt sich Dreysse seit den 1980er Jahren in hohem Maße für die Bedürfnisse der Menschen in Nicaragua ein und hat hierzu 1989 den Verein „Pan y Arte – Brot und Kunst für Nicaragua“ mitgegründet. Seit mehr als 30 Jahren ist der Geehrte zudem Mitglied der Initiative 9. November e.V., die sich mit unterschiedlichen Aktivitäten für die Erinnerung an die Synagoge an der Friedberger Anlage in Frankfurt sowie an ihre Zerstörung durch die Nationalsozialisten einsetzt.

Bereits 2017 wurde Professor Dreysse für sein ehrenamtliches Wirken zum Wohle der Gesellschaft mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt ausgezeichnet.

„Sehr geehrter Herr Professor Dreysse, gerade in der aktuellen Zeit gewinnt der Einsatz für interkulturellen Austausch, für universelle Menschenrechte und für das Bewahren jüdischer Geschichte an Dringlichkeit. Deshalb verbinde ich die heutige Ehrung für Ihr langjähriges Engagement nicht nur mit meinem herzlichen Dank, sondern auch mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass es viele Mitmenschen inspirieren möge, sich ebenso einzubringen“, hob Minister Boddenberg abschließend hervor.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag