Am 5. Dezember wird der Internationale Tag des Ehrenamtes gefeiert und damit auch das Engagement der etwa 2 Millionen Hessinnen und Hessen gewürdigt, die sich ehrenamtlich für Mensch und Natur einsetzen. „Ehrenamtlich aktive Bürgerinnen und Bürger leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Sie sind eine tragende Säule unseres Gemeinwesens und bereichern unser aller Zusammenleben. Die Hessische Landesregierung fördert dieses gesellschaftliche Engagement gerne. Alleine in diesem Jahr geben wir rund 19 Millionen Euro zur Unterstützung des Ehrenamts in Hessen aus. Eine stolze Summe, mit der wir auf ganz vielfältige Art und Weise all die unterstützen, die für andere da sind“, sagte Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. „Der Wert, den die Ehrenamtlichen für Hessen leisten, ist dagegen unermesslich. Der Tag des Ehrenamts ist daher eine willkommene Gelegenheit, Danke zu sagen. Den Dank sind wir den Engagierten aber auch an den 364 anderen Tagen des Jahres schuldig.“

Dank an das Tierheim und 1.000 Euro für Futter

Auf Einladung der Wiesbadener Landtagsabgeordneten Astrid Wallmann besuchte der Finanzminister anlässlich des Ehrenamtstags den Tierschutzverein für Wiesbaden und Umgebung e.V.. Schäfer bedankte sich bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern: „Ohne Ehrenamt ist ein Tierheim nicht zu betreiben. Sie kümmern sich liebevoll um all die Hunde, Katzen und Kleintiere, die ohne Ihr Engagement und Ihre Tatkraft kein Zuhause hätten. Ohne die Zeit, die Sie täglich investieren, und Ihre Unterstützung würde nicht nur den Tieren viel fehlen, sondern auch unserer Gesellschaft.“ Genauso wichtig wie helfende Hände, sind für die Tierheime und Tierschutzvereine auch finanzielle Spenden, weshalb Finanzminister Schäfer nicht mit leeren Händen kam. Mit zu seinem Besuch, bei dem er sich über die Arbeit des Wiesbadener Tierschutzvereins informierte, brachte er eine Förderung aus Lottomitteln in Höhe von 1.000 Euro zur Anschaffung von Tierfutter.

„Aus eigener Erfahrung weiß ich, welch herausragende Arbeit die vielen ehrenamtlich Tätigen hier im Wiesbadener Tierschutzverein tagtäglich leisten. Der Einsatz von Ehrenamtlichen in Tierschutzverein und Tierheim ist unverzichtbar für die Landeshauptstadt Wiesbaden“, sagte die Landtagsabgeordnete Astrid Wallmann, die selbst ehrenamtlich im Wiesbadener Tierschutzverein aktiv ist. „Das Tierheim leistet eine wertvolle Arbeit für hilfsbedürftige Tiere in und um Wiesbaden. Dieses Engagement unterstützt das Land Hessen gerne auch finanziell, zum Wohl von Tier und Mensch.“

Henriette Hackl, die Vorsitzende vom Wiesbadener Tierschutzverein ergänzte: „Ohne die Hilfe der vielen Ehrenamtlichen könnten wir unser Tierheim in dieser Qualität nicht betreiben. Das Wiesbadener Tierheim kümmert sich durchschnittlich um 80 Katzen, 70 Hunde und 200 Kleintiere, darunter viele Exoten. Hinzu kommen noch etwa 300 Wildtiere, die im Jahr aufgenommen und bei uns sowie auf speziellen Pflegestellen versorgt werden müssen. Viele unserer Tiere haben eine ganz besondere Vorgeschichte und benötigen intensive Betreuung. Diese aufwändige Pflege gelingt uns nur Mithilfe unserer Ehrenamtlichen. Wir sind deshalb sehr dankbar über die vielen Ehrenamtlichen, die uns bereits seit Jahren regelmäßig unterstützen und dafür viel Zeit und manchmal auch viel Geld in uns investieren. Wir freuen uns aber auch über jeden, der uns nur sporadisch helfen kann. Hilfe und Spenden können wir immer gebrauchen.“

Tiere sind ein Geschenk – aber auch eine Verpflichtung

„Es ist toll, wenn es Tieren im Tierheim gut geht. Noch besser ist es, wenn Sie bei Privatleuten ein Zuhause finden. Seit sieben Jahren gehört bei mir unsere Katze Snow zur Familie. Snow haben wir aus dem Tierheim geholt“, sagte Finanzminister Schäfer. „Ich weiß: Tiere sind ein Geschenk für uns Menschen, aber auch eine Verpflichtung. Wir müssen uns verantwortungsvoll um sie kümmern und das nicht nur heute und morgen, sondern ein Leben lang. Ein Tier gehört also nicht unter den Weihnachtsbaum, weil es so niedlich oder kuschelig ist. Es ist kein x-beliebiges Weihnachtsgeschenk. Wer ein Tier bei sich aufnehmen oder verschenken möchte, muss wissen, welche dauerhafte Verantwortung damit einhergeht. Daher meine Bitte an alle Tierfreunde: Machen Sie Tiere nicht zu Überraschungsgeschenken, sondern setzen Sie sich sorgfältig mit den Folgen auseinander. Und wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung für ein Tier entscheiden, dann gucken Sie doch bitte, ob Sie ein Tier aus einem Tierheim übernehmen können“.

Henriette Hackl kann diese Aussage nur unterstützen. „Wir empfehlen daher grundsätzlich, sich vor der Anschaffung intensiv mit den Bedürfnissen der Tierart zu befassen.

Ein Tier ist kein Pullover und kein Spielzeug, keine Sache, die ich einfach umtauschen kann, wenn sie nicht passend ist oder nicht gefällt. Mit einem Tier übernimmt man die Verantwortung für ein Lebewesen – und muss auch bereit sein, diese zu tragen, solange das Tier lebt. Eltern muss dabei klar sein, dass ein Kind nie allein die Verantwortung für ein Tier übernehmen kann. Oft bemerken Eltern zu spät, dass ein Großteil der Versorgung – das Füttern, das Säubern des Geheges oder das Gassigehen – an ihnen hängen bleibt. Schnell landen Hund, Katze, Kaninchen oder Meerschweinchen dann bei uns im Tierheim oft auch erst im Laufe des folgenden Jahres, wenn Urlaubspläne oder unerwartete Kosten die Freude über das neue Familienmitglied vergehen lassen.

Wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt, ein Tier bei sich aufzunehmen, sollte im Vorfeld mit allen Beteiligten gemeinsam überlegen, welche Tierart am besten geeignet ist bzw. in die Familie passt. Dazu gehört auch die Frage, ob alle Rahmenbedingungen stimmen und ob die arteigenen Bedürfnisse des Tieres erfüllt werden können. Als erste Anlaufstelle lohnt sich – wie von Herrn Finanzminister Dr. Schäfer bereits erwähnt - immer der Gang in ein Tierheim wo viele Tiere auf ein neues, liebevolles Zuhause warten. Auch bei der Auswahl des Tieres sollten sich die Interessenten ausreichend Zeit nehmen - die Erfahrung der Tierpfleger/innen, die ihre Schützlinge genau kennen, kann helfen, das passende Tier zu finden.

Wenn man nach Bedenken aller Für und Wider immer noch sicher ist, dass ein Tier ins eigene Leben oder das Leben der Familie passt, sollte ein Tier aber möglichst nicht zur Weihnachtszeit aufgenommen werden. Der Trubel und die Hektik während der Vorweihnachtszeit und der Feiertage erschweren es dem Neuzugang, sich in aller Ruhe an sein neues Zuhause zu gewöhnen. Als alternatives „tierisches Weihnachtsgeschenk“ eignet sich beispielsweise Fachliteratur, mit der sich der angehende Tierhalter über die Bedürfnisse seines zukünftigen Tieres informieren kann – oder ein selbstgebastelter Gutschein für einen Besuch im Tierheim.“

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