Buchhaltung und Mitgliederverwaltung in einem kompatiblen Programm statt in Aktenordnern oder Besprechungen und Beratungen per Videokonferenz statt Vor-Ort: Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die Arbeit in Vereinen und Verbänden mittels digitaler Hilfsmittel besser und einfacher zu organisieren. Um den digitalen Wandel in ehrenamtlichen Organisationen zu unterstützen, gibt es seit vergangenem Jahr das Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“. Einer der in diesem Jahr geförderten Vereine ist der SV St. Stephan 1953 Griesheim e.V.. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat heute bei ihrer Sommerreise den Verein besucht und einen Förderbescheid über 10.530 Euro überreicht.

„Sie tragen mit Ihrem ehrenamtlichen Einsatz ganz entscheidend zur Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders und zur Aufrechterhaltung des Vereinslebens bei. Dabei möchten wir als Land sie bestmöglich unterstützen“, betonte Ministerin Sinemus. „In vielen Bereichen können Techniken und Anwendungslösungen das Miteinander erleichtern. Und Sie profitieren durch deutliche Arbeitserleichterungen und Zeitersparnis.“

Neue Hard- und Software soll angeschafft werden

Der SV St. Stephan Griesheim will mit den Fördermitteln eine vereinsinterne Plattform für die Vereinsverwaltung und Kommunikation mit den Mitgliedern schaffen. Zudem soll das Gebäude auf der Tennisanlage mittels WLAN-Richtfunkstrecke ans vereinsinterne Netz angebunden werden. Weiterhin will der Verein Dokumente des täglichen Betriebs wie Verträge oder Rechnungen digitalisieren und die Daten zentral speichern, so dass die Ehrenamtlichen auch von zu Hause zugreifen können. Auch die historischen Dokumente sollen elektronisch archiviert werden, um auf diese unter anderem für das 70-jährige Vereinsbestehen 2023 besser zurückgreifen zu können. Neue Hard- und Software soll auch eine Kommunikation mittels Videokonferenzen ermöglichen.
„Um den Verein zukunftsfähig aufzustellen, ist es insbesondere auch im Hinblick auf die Gewinnung von jüngeren ehrenamtlich Tätigen unerlässlich, mit der technischen und digitalen Entwicklung Schritt zu halten“, sagte Vorsitzender Michael Hutterer. „Finanziell stellt dies aber eine zusätzliche und nicht immer einfach zu stemmende Herausforderung dar. Deshalb sind wir dankbar, unser Konzept mit der finanziellen Unterstützung des Landes Hessen umsetzen und damit einen großen Schritt zur notwendigen Digitalisierung der Vereinsarbeit vollziehen zu können.“

„Ihr Konzept hat uns überzeugt. Ich hoffe, dass unsere Förderung sie bei der Einführung neuer Abläufe und Prozesse gut unterstützen kann“, sagte Digitalministerin Sinemus. Sie wies zudem auf die Bedeutung der Förderung der Digitalisierung des Ehrenamts hin. „Wir brauchen die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, um es auch in Zukunft lebendig und bereichernd für alle zu erhalten. Ein starkes Ehrenamt ist der Kitt in unserer Gesellschaft.“ Insgesamt zeige das erneut hohe Interesse am Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“, welch großen Bedarf es in der hessischen Vereinslandschaft gebe, den digitalen Wandel anzugehen. Im vergangenen Jahr sind 109 Organisationen mit einer Gesamtsumme von rund 1 Million Euro gefördert worden. In diesem Jahr erhalten rund 160 gemeinnützige Institutionen Beträge zwischen 5.000 und 15.000 Euro, mehr als 450 Anträge wurden eingereicht. Insgesamt steht ein Budget von rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“, das 2020 initiiert wurde, können gemeinnützige Institutionen, deren hessische Dachverbände sowie gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts Unterstützung für Digitalisierungsvorhaben beantragen. Der Schwerpunkt sollte auf der internen Verwaltung oder Struktur der Organisation liegen, wie beispielsweise der Mitgliederverwaltung oder digitalen Besprechungen sowie der Gewinnung neuer Mitglieder. Darüber hinaus können Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen wie zum Beispiel zum Umgang mit den neuen Technologien oder zur Einführung neuer Abläufe und Prozesse gefördert werden. Besonders erwünscht sind ganzheitliche und nachhaltige Konzepte. Der Eigenanteil des Vereins liegt bei zehn Prozent der Fördersumme.

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