Morgen feiert Hessen ein rundes Jubiläum: Vor zehn Jahren hat es als erstes Bundesland eine von unabhängigen Prüfern testierte Bilanz nach kaufmännischen Prinzipien veröffentlicht. Auch heute noch ist das Land bundesweit Vorreiter auf dem Gebiet der Bilanzierung und der staatlichen Doppik.

„Als Fan des FC Bayern München freue ich mich jedes Jahr aufs Neue über den Serien-Meistertitel. Ein bisschen mehr Spannung täte der Bundesliga aber sicher gut. In dieser Saison ist ja noch alles offen. So ähnlich wünsche ich mir das auch mit den Geschäftsberichten“, erklärte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer anlässlich des anstehenden Jubiläums in Wiesbaden. „Toll, dass wir auch nach zehn Jahren immer noch Serien-Meister der transparenten Haushaltspolitik sind. Ich würde mich aber freuen, wenn andere Länder versuchen würden, uns diese Spitzenposition streitig zu machen.“ Die Geschäftsberichte zeigten ja nicht nur, wie ein Land jetzt dastehe, sondern welche Verpflichtungen, Lasten oder Chancen politische Entscheidungen im Hier und Jetzt für die kommenden Jahrzehnte mit sich brächten, so der Finanzminister weiter. „Dieser Blick täte anderen Bundesländern und dem Bund sicher ebenso gut wie uns.“

Transparenz durch Geschäftsberichte

Hessen gewährleistet mit seinen Geschäftsberichten bereits seit zehn Jahren konsequent eine hohe doppische Transparenz. Der seit 2009 beschrittene Weg der Doppik ermöglicht eine umfassende Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Landes. „Da steckt viel Arbeit drin, die jedoch keineswegs Selbstzweck ist: Durch unsere Bilanzen haben wir ein noch genaueres Bild unserer Einnahmen, Ausgaben, Verpflichtungen und Rücklagen. Dieses hilft uns auch dabei, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen“, sagte Schäfer.

Praktische Bedeutung der Doppik

Am Beispiel des Kommunalen Schutzschirms, der Investitionsprogramme (KIP und KIP macht Schule!) sowie der HESSENKASSE verdeutlichte der Minister die praktische Bedeutung der Doppik für die verschiedenen politischen Ebenen: „Beim Schutzschirm sind drei ausgeglichene doppische und geprüfte Jahresabschlüsse der Kommunen für uns das Kriterium zur Entlassung aus unserem Programm. Und auch für das Land selbst ist die Doppik wichtig, denn durch sie können beispielsweise die Auswirkungen von Maßnahmen wie etwa den Investitionsprogrammen und der HESSENKASSE auf den Landeshaushalt transparent und umfassend dargestellt werden.“

Schäfer hob ferner hervor: „Darüber hinaus ist die Testierung unserer Geschäftsberichte durch unabhängige Wirtschaftsprüfer im Auftrag des Hessischen Rechnungshofs ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Dass wir diese seit 2013 stets mit einem uneingeschränkten Testat abgeschlossen haben, bestätigt unseren hohen Qualitätsanspruch.“

Der Finanzminister zeigte sich abschließend überzeugt, dass sich der mit der Doppik verbundene Aufwand lohne: „Als 2009 der damalige Ministerpräsident Roland Koch und mein Vorgänger Karlheinz Weimar die Eröffnungsbilanz vorstellten, waren die öffentlichen Reaktionen eher skeptisch. Mit der heutigen Erfahrung können wir jedoch festhalten, dass die doppische Buchführung viele Vorteile mit sich bringt. Dies ist inzwischen auch im internationalen Kontext auf unterschiedlichen staatlichen Ebenen anerkannt. Mit unseren fundierten Erkenntnissen als Vorreiter hinsichtlich der Einführung der staatlichen Doppik bringen wir uns als nachgefragter Gesprächspartner inzwischen auch aktiv in den Entwicklungsprozess europäischer Rechnungslegungsstandards – kurz EPSAS – ein. Auch dabei bleiben wir unserem Ziel treu, durch die Doppik mehr Transparenz ins Regierungs- und Verwaltungshandeln zu bringen. Nachahmer sind ausdrücklich willkommen!“

Hintergrund:

Die Geschäftsberichte des Landes Hessen bilden seit 2009 das Regierungs- und Verwaltungshandeln in Statistiken, Zahlen und Fakten ab. Dadurch zeigen sie transparent und ehrlich die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Landes. Mithilfe der kaufmännischen Buchführung (Doppik) werden die finanziellen Verpflichtungen deutlich, die das Land bereits für die Zukunft eingegangen ist. So kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger ein umfassendes Bild von der Haushaltspolitik des Landes machen.

Links:
Die Geschäftsberichte des Landes stehen im online zum Download zur Verfügung

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