Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat an der offiziellen Indienststellung der neuen Leitstelle des Schwalm-Eder-Kreises teilgenommen und die Bedeutung einer zeitgemäßen und funktionalen Leitstelle für die Arbeit der Brandschützer, den Katastrophenschützer und der Rettungsdienste im Landkreis hervorgehoben. Das Land hatte die Modernisierung der Leitstelle mit 1,3 Millionen Euro finanziert.

Landesweit modernste Technik

„Für den ordnungsgemäßen Betrieb einer Leitstelle sind eine vernünftige Unterbringung und vor allem eine zeitgemäße Technik unabdingbar. Hier in Homberg verfügt der Schwalm-Eder-Kreis über eine multifunktionale Leitstelle mit der landesweit modernsten Technik. Sie kann bei Großschadenslage mit anderen Leitstellen zu einer virtuellen Großleitstelle vernetzt werden. Durch diesen Leitstellenverbund ist sichergestellt, dass sich die nichtpolizeilichen Gefahrenabwehrbehörden gegenseitig aushelfen und unterstützen können. Die offizielle Inbetriebnahme der Leitstelle im Schwalm-Eder-Kreis steht symbolisch für die Schlagkraft und die Modernisierungsoffensive der Leitstellentechnik in unserem Land. Der Schwalm-Eder-Kreis leistet mit dem Großprojekt ein Stück Pionierarbeit“, betonte Innenminister Peter Beuth.

Eine Leitstelle führt die gesamte nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr unter einem Dach zusammen und ermöglicht professionelle Arbeit in der ganzen Bandbreite – vom kleinen Brand, zu dem einzig die Feuerwehr ausrücken muss, bis hin zu einem großen Einsatz, für den der Katastrophenschutzstab einberufen werden müsste.

Hessen ist eines der ersten Flächenbundesländer, das die Leitstellen des Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst mit einem Glasfasernetz verbunden hat und damit ein gesondert gesichertes Kommunikationsnetz, getrennt vom Internet, bereitstellt. Die neue Kommunikationstechnik, die bereits in allen Leitstellen verwendet wird, ist virtualisiert als „Softwarekern“ abgebildet. Das bedeutet, dass Updates fast ausschließlich nur noch Softwareänderungen sind. Diese können aus der Ferne vorgenommen werden, wodurch Ausfälle leichter zu beheben sind. Ebenso können die Einsatzbearbeiter im Fehlerfall über die neue Technik ihre Funkgeräte mit einer anderen Leitstelle ansteuern und verwenden.

Rekordinvestitionen für Brand- und Katastrophenschutz

Brand- und Katastrophenschutz haben eine besondere Bedeutung für die Gefahrenabwehr in Hessen. Deswegen fördert das Land die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und den Aus- und Neubau von Feuerwehrhäusern in noch nie dagewesenem Umfang, auch um die wichtige Arbeit vor Ort entsprechend zu würdigen.

„Um den unschätzbaren Wert des ehrenamtlichen Einsatzes der rund 80.000 Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren sowie im hessischen Katastrophenschutz zu unterstreichen und die Arbeit der Freiwilligen vor Ort noch besser zu unterstützen, haben wir vor Jahren beschlossen, unsere Investitionen weiter zu erhöhen: Allein die Garantiesumme für den Brandschutz in Hessen konnte von 35 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 40 Millionen Euro in diesem Jahr erhöht werden“, so Innenminister Peter Beuth.

Ausbildung der Feuerwehrangehörigen

Neben Material und Infrastruktur investiert das Land auch in die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen sowie in die Förderung des ehrenamtlichen Engagements in den Feuerwehren: Bis zum Ende des Jahres 2024 soll die Hessische Landesfeuerwehrschule (HLFS) in Kassel zu einem modernen Feuerwehraus- und -fortbildungszentrum ausgebaut und die Teilnehmerkapazität um bis zu 150 zusätzliche auf dann insgesamt maximal 390 Plätze erhöht werden.

Im Bereich der Ehrenamtsförderung hat das Land seine Angebotspalette in den vergangenen Jahren deutlich erweitert und die Anerkennungskultur weiter ausgebaut: Mittlerweile rund 2,1 Millionen Euro investiert das Land jährlich beispielsweise in die Förderung von Schul- und Integrationsprojekten, in Brandschutzerziehungsmaterial, das Feuerwehren hessenweit kostenlos zur Verfügung gestellt wird, sowie in die Auszahlung der Anerkennungsprämie.

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