Die Kandidatinnen und Kandidaten der zweiten juristischen Staatsprüfung in Hessen haben in dieser Woche ihre mündlichen Prüfungen erfolgreich abgeschlossen. Alle 133 zur Prüfung angetretenen jungen Juristinnen und Juristen haben die Prüfung bestanden und können nun als Volljuristen in das Berufsleben starten. Die Prüfungen fanden an Prüfungsorten in Frankfurt am Main, Gießen, Marburg, Kassel und Wiesbaden statt. Die Kandidatinnen und Kandidaten wurden von 36 Prüfungskommissionen geprüft, denen jeweils ein Prüfer aus den Rechtsgebieten Öffentliches Recht, Strafrecht und Zivilrecht angehören. Insgesamt sind also 108 Prüfer tätig geworden, wobei einzelne Prüfer auch an mehr als einer Prüfung teilgenommen haben.

In Krisenzeiten ein Stück Normalität

Mit der Durchführung der Prüfungen zur Hochzeit der Corona-Pandemie hat das Hessische Ministerium der Justiz auch in Krisenzeiten ein Stück Normalität erhalten. Gerade für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die sich bereits seit Monaten auf die Ablegung der mündlichen Prüfung vorbereitet hatten und in Teilen schon Arbeitsverträge unterschrieben hatten, war es wichtig, die schwere Ausbildung zu einem Ende zu bringen.

Um dennoch den Bedenken der Prüflinge Rechnung zu tragen, war den Kandidatinnen und Kandidaten freigestellt, ob sie zum jetzigen Zeitpunkt an der Prüfung teilnehmen möchten oder nicht. Eine Nichtteilnahme war selbstverständlich nicht mit Nachteilen verbunden. Insgesamt 36 Prüflinge haben sich von den Prüfungen abgemeldet, wobei auch die sonstigen Ausfälle, insbesondere wegen Krankheit, unter diese Zahl gefallen sind.

Um die angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten bestmöglich zu schützen, wurden sämtliche Vorgaben des Robert-Koch-Instituts eingehalten. Einzelne Prüfungen wurden beispielsweise in größere Räume verlegt, um den Sicherheitsabstand von 1,50 m einzuhalten. Auch waren Zuhörerinnen und Zuhörer ausgeschlossen.

Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann erklärte zur Prüfungsdurchführung: „Ich bin sehr glücklich, dass die hessischen Kandidatinnen und Kandidaten das Privileg hatten, ihr Examen unter Beachtung sämtlicher Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz abzulegen. Für uns war es das erklärte Ziel, den jungen Menschen den Einstieg in den Beruf zum geplanten Zeitpunkt zu ermöglichen und damit finanzielle Nachteile abzuwenden. Dabei war es uns wichtig, auf die Belange der Kandidatinnen oder Kandidaten Rücksicht zu nehmen. Diese waren weitestgehend frei in der Entscheidung, ob sie derzeit die Prüfung ablegen möchten oder nicht. Den Prüferinnen und Prüfern danke ich für das großartige Engagement bei der Abnahme der Prüfungen. Den Kandidatinnen und Kandidaten gratuliere ich herzlich und wünsche ich für die Zukunft alles Gute!"

Auch hat das Hessische Ministerium der Justiz während der Corona-Krise nicht die Einstellung von jungen Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten gestoppt.

„Wir freuen uns auch weiterhin über alle Bewerbungen und ermöglichen Vorstellungsgespräche. Gerade jetzt in der Krise ist der Hinweis wichtig, dass die hessische Justiz für die jungen Absolventinnen und Absolventen einen sicheren, spannenden und vielseitigen Arbeitsplatz bietet.“, so Eva Kühne-Hörmann.

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