Hoher Besuch von hoher See: Bei ihrem traditionellen Jahresbesuch im Patenbundesland Hessen machte die Delegation der Fregatte ‚Hessen‘, vom Liegeplatz in Wilhelmshaven kommend, wie jedes Jahr einen Abstecher in die nordhessische Metropole Kassel. In jedem Jahr wird hier der Fregatte ein neues Programm zusammengestellt.

Mitmachaktion „Haltung zeigen!“

Ihre erste Station führte die Besatzungsmitglieder zum Regierungspräsidium Kassel. Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber freuten sich sehr, den Kommandanten der Fregatte ‚Hessen‘, Fregattenkapitän Volker Kübsch, und 19 Besatzungsmitglieder zum Auftakt ihrer Besuchswoche im Patenland des Schiffes in Kassel zu begrüßen. Neben einer eindrucksvollen Erläuterung der vielfältigen Aufgaben des Regierungspräsidiums als regionaler Bündelungsbehörde durch Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber, nahm die Delegation an der bekannten Mitmachaktion des Regierungspräsidiums Kassel mit dem Titel „Haltung zeigen!“ (weitere Informationen unter
www.haltungzeigen.eu teil und standen Modell für ein ausdrucksstarkes Fotostatement gegen Hass, Intoleranz und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft.

Auf Initiative von Eva Kühne-Hörmann hatten die Gäste bei einem weiteren Programmpunkt die Gelegenheit in die Welt der Wissenschaft einzutauchen. Bei einem Rundgang durch das Schülerforschungszentrums Nordhessen erfuhr die Delegation aus Wilhelmshaven allerlei über die Welt der Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Der Gründer der Einrichtung Klaus-Peter Haupt zeigte diese einmalige Einrichtung, bei der schon ab der 5. Klassenstufe Nachwuchswissenschaftlerinnen und Naschwuchswissenschaftlern die Gelegenheit haben, in einem professionellen Umfeld zu forschen. Junge Forscherinnen und Forscher der Einrichtung ließen sich bei ihren Arbeiten über die Schulter gucken und gaben spannende Einblicke in ihre Projekte.

Wunderbare Gelegenheit ‚Danke‘ zu sagen

Gemeinsam mit der Justizministerin besuchte die Delegation zudem das größte hessische Planetarium in der Kasseler Orangerie. Eine Vorführung mit dem Thema »Galaxien: Eine Reise durch die Ewigkeit« brachte nicht nur den Sternenhimmel über Kassel näher, sondern führte die Besatzung über die Milchstraße zu Galaxiensammlungen, die über eine Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt liegen.

Eva Kühne-Hörmann sagte zum Abschluss des Programms: „Für mich ist es immer wieder eine Freude, wenn uns die Besatzung der Fregatte ‚Hessen‘ besucht. Im Vordergrund steht für mich dabei der gute Austausch, der für beide Seiten fruchtbar ist. Zudem leisten Herr Fregattenkapitän Volker Kübsch und sämtliche Besatzungsmitglieder das ganze Jahr über Schwerstarbeit für die Sicherheit unseres Landes. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern verdient größte Anerkennung und aufrichtigen Dank. Der alljährliche Patenschaftsbesuch in Hessen ist daher eine wunderbare Gelegenheit ‚Danke‘ zu sagen und unseren Soldatinnen und Soldaten etwas zurückzugeben.“

Hermann-Josef Klüber sagte: „Es freut mich sehr, dass der traditionelle Besuch ‚unserer‘ Fregatte auch in diesem Jahr im Regierungspräsidium Kassel fortgeführt wird. Zunächst möchte ich den Soldaten für Ihren Dienst danken. Auch die Beteiligung an der Aktion ‚Haltung zeigen!‘ ehrt uns sehr und wir hatten einen interessanten Austausch über demokratische Werte, gesellschaftlichen Wandel und die Zukunft an Land und auf hoher See“.

Der Patenschaftsbesuch der Fregatte ‚Hessen‘ auf Einladung der Hessischen Staatskanzlei führt die Besatzung der Fregatte ‚Hessen‘ bis Freitag unter anderem noch durch Königstein, Wiesbaden, Bad Homburg, Eberbach und Twistetal.

Hintergrund

Die Fregatte ‚Hessen‘ (F 221) ist das jüngste von drei Fregatten der Sachsen-Klasse der Bundeswehr. Sie wurde am 21. April 2006 in den Dienst gestellt.

Die Fregatten der Sachen-Klasse sind als Mehrzweckschiffe für Geleitschutz und Seeraumkontrolle konzipiert. Ihr Schwerpunkt ist die Luftverteidigung: Mit ihrem SMART-L-Radar kann eine einzige Einheit der Sachsen-Klasse zum Beispiel den Luftraum über der gesamten Nordsee überwachen. Das Radar der Sachsen-Klasse ist in der Lage, mehr als 1.000 Ziele gleichzeitig zu erfassen. Kommt es darauf an, reichen die Flugabwehrraketen vom Typ SM2 aus dem Senkrecht-Startsystem VLS Mk41 der Sachsen-Klasse über 160 Kilometer weit.

Alle Sensoren und Waffen an Bord sind für diese Hauptaufgabe Verbandsflugabwehr optimiert. Das Computer-Herzstück der Sachsen-Klasse dafür ist das Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) mit einer starken Rechenleistung: Es verarbeitet alle Daten von den Radaren und übrigen Sensoren sowie die Informationen, die verbündete Schiffen liefern. Das System ist redundant auf mehr als einem Dutzend Rechner an Bord verteilt. Mit diesen Fähigkeiten waren die Fregatten der Klasse 124 schon mehrmals im Nordatlantik in Flugzeugträger-Kampfgruppen der US Navy integriert.

Die Sachsen-Klasse ist dank ihrer guten Kommunikationsanlage mit Funk- und Satellitenverbindungen auch in der Lage, mehrere andere Kriegsschiffe gleichzeitig zu führen. Die Bordhubschrauber der Sachsen-Klasse dienen der weitreichenden Jagd auf U-Boote.

Die drei Fregatten der Sachsen-Klasse sind die personal-intensivsten der Flotte: 236 Soldaten und Soldatinnen stark ist die Stammbesatzung. Sind Hubschrauber an Bord, kommen noch einmal 18 Marineflieger hinzu.

Quelle:
https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/seesysteme-bundeswehr/sachsen-klasse-f124-fregatte

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