Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat am Dienstag die Kindertagesstätte Känguru in der Wiesbadener Welfenstraße besucht und mit den Kindern Weihnachtsplätzchen gebacken. „Das gemeinsame Backen gehört zu den schönsten Traditionen der Weihnachtszeit. Wir tun Dinge zusammen, nehmen uns Zeit für Familie und Freunde, erleben miteinander Freude und Geborgenheit. Dafür steht Weihnachten und dafür steht auch diese Kindertagesstätte“, sagte die Ministerin nach dem Besuch.

Die Kita Känguru hat sich den Themen Inklusion, Integration und Soziale Kompetenz verschrieben. Sie ist eine von zahlreichen Einrichtungen, die von der IFB-Stiftung (Inklusion durch Förderung und Betreuung) getragen wird. Betreiber ist die Gemeinnützige Känguru Kindertagesstätten Wiesbaden GmbH. „Wir leben in einer Zeit, in der Menschen wieder verstärkt ausgegrenzt werden, weil sie angeblich ,anders‘ sind. Das ist mit dem Gedanken des Weihnachtsfests nicht zu vereinbaren und auch nicht mit unseren fundamentalen Werten. Dagegen steht die IFB-Stiftung mit ihrer Idee, ihren Einrichtungen und Mitarbeitern. Das Stichwort dort heißt Inklusion und ist gelebte Menschlichkeit“, betonte die Ministerin.

Aus einer privaten Initiative vor 60 Jahren sei eine großartige Organisation entstanden, die körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen dabei helfe, ein möglichst selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zu leben. „Dafür muss man aber auch die ganz praktischen Voraussetzungen schaffen und das geschieht hier“, sagte Lucia Puttrich weiter. „Das Plätzchenbacken ist eine schöne Sitte, aber auch ein Symbol: Jeder Einzelne kann seinen Beitrag zum Gelingen einer Aufgabe beitragen, wenn er die Möglichkeit dazu erhält. Ganz gleich, wer er ist und wie er ist. Niemand ist anders, wir alle sind normal.“

Hintergrund

Die IFB-Stiftung (Inklusion durch Förderung und Betreuung) ist aus einer privaten Elterninitiative hervorgegangen. Der Initiator Christian Groh stand 1959 vor der Frage, wie sein behinderter Sohn eine Schulbildung erhalten kann. Er engagierte eine Wanderlehrerin, die seinen Sohn und weitere Kinder mit Behinderung zu Hause unterrichtete. Heute hat die IFB -Stiftung1.200 Mitarbeiter an 65 Standorten vorrangig in Hessen. Daneben gibt es Einrichtungen in Leipzig und Südafrika. Zu den Einrichtungen zählen neben Kindertagesstätten unter anderem auch Kinderhospize, Hospize für Erwachsene und inklusive Sportvereine. Täglich werden mehr als 2.500 Menschen betreut.

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