Das neue Förderprogramm zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts kommt gut an: Seit dem Start der Ausschreibung im Februar dieses Jahres hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst insgesamt 19 Anträge von Archiven und Bibliotheken auf Zuschüsse für Maßnahmen ausgewählt und fördert sie mit insgesamt rund 750.000 Euro. Damit werden einmalige Bücher, Zeitungen und Archivgut vor dem Zerfall geschützt. Mit weiteren 250.000 Euro aus dem Landesprogramm werden zusätzlich zehn Anträge von Archiven und Bibliotheken zum Originalerhalt aus einem Sonderprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien mitgefördert.

Hohe Nachfrage nach kurzer Zeit

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Ich freue mich, dass unser eigenes entwickeltes Landesprogramm Bestandserhaltung nach relativ kurzer Zeit so gut nachgefragt wird. Mit den Fördermitteln reagieren wir auf eine bundesweit in den Archiven und Bibliotheken durchgeführte Bestandsaufnahme. Auch unsere Archive und Bibliotheken stehen vor der großen Aufgabe, unser schriftliches Kulturgut langfristig zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten. Wir wollen ihnen dabei helfen, mit modernen Techniken dem schleichenden Verlust entgegenzuwirken.“

Der Zerfall von Papier lässt sich schon im Alltag beobachten: Wenn eine Zeitung nur wenige Tage auf der Fensterbank liegt, vergilbt das Papier und wird brüchig. Aber selbst bei fachgerechter Lagerung in Archiven und Bibliotheken sind viele Papiere bedroht. Säurehaltiges Papier, Tintenfraß, schlechte Lagerungsbedingungen und zunehmend auch die Umwelteinflüsse gefährden die Bestände in Archiven und Bibliotheken. Insbesondere durch den Säurefraß wird die Zellulose abgebaut, die für die Festigkeit des Papiers verantwortlich ist.

Massenentsäuerung geplant

Die meisten geförderten Bibliotheken und Archive planen mit den Landesmitteln deswegen eine so genannte Massenentsäuerung. Dafür gibt es verschiedene Verfahren; ein gängiges ist, das Schriftgut vorzutrocknen, mit einer entsprechenden Behandlungslösung zu tränken und anschließend wieder nachzutrocknen. Dadurch wird der pH-Wert des Papiers in den neutralen Bereich gebracht. Fachgerechte Reinigung und Verpackung des Kulturguts gehören zu den geförderten präventiven Maßnahmen.

Insgesamt stellt die Hessische Landesregierung mit dem Landesprogramm Bestandserhaltung 2018 und 2019 jeweils eine Million Euro zur Verfügung. Antragsberechtigt sind öffentliche Archive und Bibliotheken in Trägerschaft des Landes Hessen, der hessischen Hochschulen sowie der Landkreise, Städte, Gemeinden und Kirchen in Hessen. Um den Bedarf für den Erhalt schriftlichen Kulturguts in Hessen archiv- und bibliotheksübergreifend zu koordinieren, wurde am Hessischen Landesarchiv bereits 2017 eine zentrale Koordinierungsstelle Bestandserhaltung Hessen (KBH) eingerichtet. Sie ist gleichzeitig zentraler Ansprechpartner bei Förderprogrammen des Landes und des Bundes.

Sicherung und Erhalt des kulturellen Erbes
„Mit der Einrichtung der Koordinierungsstelle Bestandserhaltung werden wir unserer Verantwortung für die Sicherung und den Erhalt des kulturellen Erbes in besonderer Weise gerecht. Sie hilft uns hervorragend bei der Organisation des Erhalts des schriftlichen Kulturguts“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Folgende Archive und Bibliotheken werden aus dem Landesprogramm Bestanderhaltung unterstützt:

Tabelle finden Sie hier

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