Wissenschaftsminister Boris Rhein zeigt sich erfreut über die heutige Entscheidung zum Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, zusätzliche Tenure-Track-Professuren auch an hessischen Hochschulen zu fördern. Die Expertenkommission hat sich in der ersten Förderrunde für die Anträge der Justus-Liebig Universität Gießen, der Goethe-Universität Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt ausgesprochen. Damit gehört Hessen zu den fünf Bundesländern, die durch die erfolgreichen Anträge ihrer Universitäten überdurchschnittlich viele Tenure-Track-Professuren einwerben konnten. Mit einer Tenure-Track-Professur können berufene Nachwuchskräfte im Fall der nachgewiesenen Bewährung eine Dauerprofessur ohne weitere Bedingungen übertragen bekommen.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Einführung der Tenure-Track-Professur sind wichtige Schwerpunkte der Hessischen Landesregierung. Daher gratuliere ich unseren erfolgreichen hessischen Universitäten ganz besonders zu diesem Ergebnis. Die Entscheidung der Kommission bietet noch mehr hervorragenden wissenschaftlichen Nachwuchskräften die Möglichkeit, frühzeitig eine Lebenszeitprofessur zu erhalten. Damit wird der Wissenschaftsstandort Hessen weiter gestärkt.“

Tenure-Track-Programm von Bund und Ländern

Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses will in zwei Förderrunden in den Jahren 2017 und 2019 insgesamt 1.000 Tenure-Track-Professuren an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen fördern. Hierfür stellt der Bund eine Milliarde Euro zur Verfügung. Für die Bewilligung mussten die Hochschulen vor allem darstellen, wie sich die Tenure-Track-Professur als Personalkategorie nachhaltig in die Nachwuchsförderung, die Personalentwicklung und Strukturentwicklung der Universität integriert. Außerdem waren Personalentwicklungskonzepte vorzulegen.

Erfolgreiche Anträge auf Förderung

Von den bundesweit insgesamt 75 Anträgen wurden in der 1. Runde nach einem wettbewerblichen Verfahren 34 Anträge bewilligt. Aus Hessen waren folgende Anträge erfolgreich:

Goethe-Universität Frankfurt: Gefördert werden 16 Tenure-Track-Professuren. Die Goethe-Universität plant unter anderem, mit dem Projekt GoeTThe 2.0 das Verfahren für Tenure-Track-Professuren qualitativ und quantitativ weiterzuentwickeln. Die Möglichkeit eines leistungsgerechten Karriereaufstiegs in einem international etablierten Verfahren soll zu mehr Transparenz und Planbarkeit der universitären Karrierewege führen. Der wissenschaftliche Nachwuchs in der Promotions- und Post-doc-Phase soll zum Beispiel beim Zugang zu wissenschaftlichen Netzwerken oder durch Mentoring oder Coaching unterstützt werden.

Justus-Liebig-Universität Gießen: Sie erhält Fördermittel für 11 Tenure-Track-Professuren. 20 bis 30 Prozent aller planmäßig freiwerdenden Professuren sollen künftig an der JLU im Tenure-Track besetzt werden. In ihrem Personalentwicklungskonzept hat die Universität detaillierte Angebote zu den drei grundlegenden Handlungsfeldern Kompetenzen („qualifizieren“), Motivation („inspirieren“) und Rahmenbedingungen („ermöglichen“) formuliert: Zum Beispiel soll es ein Postdoc Career and Monitoring Office geben.

Technische Universität Darmstadt: Hier werden 12 Tenure-Track-Professuren finanziert. Die TU Darmstadt hat neue Regularien für die Tenure-Track-Professur beschlossen und wird ihre „Assistenzprofessuren mit Tenure-Track“ grundsätzlich als W2-Professuren besetzen. Mittelfristig soll die Tenure-Track-Professur neben der „klassischen“ Berufung ein weiterer anerkannter Weg zur Professur werden.

„Durch die Personalentwicklungskonzepte, die die Universitäten vorgelegt haben, profitieren nicht nur die geförderten Tenure-Track-Professuren von dem Programm, sondern auch viele wissenschaftliche Nachwuchskräfte. Umfangreiche Qualifizierungs- und Beratungsmaßnahmen und klare Verfahrensregeln werden nicht nur die Karrierewege an unseren Universitäten transparenter und zuverlässiger machen, sondern auch weitere Berufswege neben der Professur öffnen“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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