Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute zum symbolischen Grundstein für einen Neubau an der Justus-Liebig-Universität Gießen seine Glückwünsche übermittelt. Das Institut der Angewandten Theaterwissenschaften bekommt auf dem zentralen Campus ein „Theaterlabor“ als Lehr- und Forschungsgebäude mit einem großen Proberaum. Das Land Hessen finanziert das Projekt mit rund 9 Millionen Euro aus dem Hochschulbauprogramm HEUREKA.

Absolventen sind gefragt

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die Absolventinnen und Absolventen des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität sind über die Grenzen Hessens hinaus gefragt: sei es in Tanz, Theater und Performance, in der bildenden Kunst, den Medien und der Wissenschaft. Um weiterhin eine herausragende Ausbildung zu garantieren und regional sowie überregional wettbewerbsfähig zu bleiben, investiert die Hessische Landesregierung rund 9 Millionen Euro in einen modernen Neubau. Er trägt auch steigenden Studierendenzahlen, neuen Studiengängen und der Einführung der künstlerischen Abschlussarbeiten Rechnung.“
Um den Studierenden eine Alternative zur derzeitigen provisorischen Probebühne des Instituts der Angewandten Theaterwissenschaften zu bieten, haben die Bauarbeiten bereits begonnen. Die Tiefbauarbeiten wurden im September vergangenen Jahres durchgeführt, der Rohbau ist seit dem 12. Februar 2018 in Arbeit. Es ist geplant, den Neubau im Oktober 2019 zu eröffnen. Der Neubau wird in der Nähe des Universitäts-Hauptgebäudes auf Höhe der Bismarckstraße 24 errichtet.

Experimente auf der Bühne

Anlass für den Neubau ist unter anderem der offene Theaterbegriff, mit dem das Universitätsinstitut arbeitet, und für den Platz benötigt wird. Neben den klassischen Aufführungsformen werden experimentelle Formate – Performance, Tanz, Licht, Klang, Video, Präsentation, multimediale Elemente – erprobt. 1982 von Andrzej Wirth gegründet, war das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität die erste universitäre Einrichtung im deutschsprachigen Raum, die das Studium der Theaterwissenschaft mit einem Studium der künstlerischen Theaterpraxis verbindet. Wirth und seine Gastprofessoren und Gastprofessorinnen suchten mit den Studierenden nach neuen Theaterformen, die die gängige Definition von Theater infrage stellten.
Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms erklärte: „Das Leben ist bisweilen ein Theater. Ganz sicher aber gehört Theater zum Leben dazu. Deshalb ist es auch gut und richtig, mit dem Theaterlabor mitten rein ins Leben, eben in die Gießener Innenstadt zu gehen. Das wird den Theatermachern wie den Gießenern gut tun. Schließlich entsteht rund um das Theaterlabor  ein ganz neuer Campus. Damit erfüllen wir die Erwartungen, die wir 2008 mit dem Beginn des HEUREKA-Programms geweckt haben, voll und ganz. Außerdem ergreifen wir die Chance, die Präsenz und Wahrnehmbarkeit des international beachteten Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft auch für die Universität und die Stadt zu nutzen.“

Bauboom dank HEUREKA

„Das ,Theaterlabor‘ wird ein weiterer sichtbarer Beweis für den Erfolg unseres Hochschulbauprogramms HEUREKA sein. HEUREKA hat einen regelrechten Bau- und Modernisierungsboom an den hessischen Hochschulen ausgelöst. Das ursprünglich bis zum Jahr 2020 geplante Programm haben wir inzwischen bis zum Jahr 2026 verlängert, und die ursprünglich geplanten Investitionsmittel von drei Milliarden Euro um eine weitere Milliarde Euro aufgestockt. Somit stehen den hessischen Hochschulen bis zum Jahr 2026 insgesamt vier Milliarden Euro für Ausbau und Sanierung zur Verfügung“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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