Wissenschaftsminister Boris Rhein gibt den Startschuss für ein neues Förderprogramm, das das schriftliche Kulturgut in Hessens Archiven und Bibliotheken vor dem Zerfall schützen soll. In diesem und im nächsten Jahr stellt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst insgesamt zwei Millionen Euro für Maßnahmen bereit, die unter anderem gegen fortschreitende Schäden wie den Papierzerfall, Schimmel, Schmutz, Staub und andere Schädlinge helfen.

Große Aufgabe für die Zukunft

„Unsere Archive und Bibliotheken stehen vor der großen Aufgabe, unser schriftliches Kulturgut zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten. Dabei wollen wir ihnen helfen und haben dafür eigens ein Landesprogramm Bestandserhaltung entwickelt. Es hilft den Trägern, mit modernen Techniken dem Zerfall entgegenzuwirken“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Entsäuern und verpacken hilft

Der Zerfall von Papier lässt sich schon im Alltag beobachten: Wenn eine Zeitung nur wenige Tage auf der Fensterbank liegt, vergilbt das Papier und wird brüchig. Selbst bei fachgerechter Lagerung in Archiven und Bibliotheken zerfallen viele Papiere aufgrund herstellungsbedingter, chemischer Prozesse in den Papieren. Etwa die Hälfte des Kulturguts in Archiven und Bibliotheken ist alleine von diesem Zerfallsprozess betroffen. Es stehen moderne Verfahren wie die sogenannte Massenentsäuerung zur Verfügung, um solche fortschreitenden Schäden nachhaltig zu stoppen. Fachgerechte Reinigung und Verpackung des Kulturguts helfen, weitere Schäden zu vermeiden.

Archive und Bibliotheken können sich bewerben

Antragsberechtigt für das Landesprogramm Bestandserhaltung sind öffentliche Archive und Bibliotheken in Trägerschaft des Landes Hessen, der hessischen Hochschulen sowie der Landkreise, Städte, Gemeinden und Kirchen in Hessen. Um den Bedarf für den Erhalt schriftlichen Kulturguts in Hessen archiv- und bibliotheksübergreifend zu koordinieren, wurde am Hessischen Landesarchiv bereits 2017 eine zentrale Koordinierungsstelle Bestandserhaltung Hessen (KBH) eingerichtet. Sie ist gleichzeitig zentraler Ansprechpartner bei Förderprogrammen des Bundes und nun auch des Landes.
„Mit der Einrichtung der Koordinierungsstelle Bestandserhaltung werden wir unserer Verantwortung für die Sicherung und den Erhalt des kulturellen Erbes in besonderer Weise gerecht. Sie bietet angesichts der Herausforderungen, die der Erhalt des schriftlichen Kulturguts an uns stellt, einen hervorragenden organisatorischen Rahmen“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Links:
Dokumente zum Landesprogramm Bestandserhaltung

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