Binh Duong. Duong besuchten auch der Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam, Nguyen Xuan Phuc, die beiden „Gründerväter“ der VGU, Professor Dr. Nguyen Thien Nhan und Staatsminister a.D. Dr. Udo Corts, sowie weitere hochrangige Gäste aus Deutschland und Vietnam.

Leuchtturmprojekt transnationaler Bildung

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Auf der Grundlage einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit ist ein Leuchtturmprojekt transnationaler Bildung entstanden. Die Entwicklung der VGU zu einer vietnamesischen Modell-Universität in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens ist beeindruckend und stellt eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte in der Kooperation der beiden Länder dar.“

Als erste staatliche vietnamesische Universität mit einem internationalen Partner erhielt die VGU weitgehende Autonomierechte nach dem Vorbild der TU Darmstadt und gilt heute als Vorzeigeprojekt mit einem einzigartigen Profil. Mit einem Lehr- und Forschungsbetrieb von rund 1.200 Studierenden und rund 150 Lehrenden und Beschäftigten in der Verwaltung bietet die Hochschule aktuell elf Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen in Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften an. Mittlerweile haben über 650 Studierende ihre Abschlussprüfungen an der VGU erfolgreich absolviert. Mit einer Vermittlungsquote von rund 96 Prozent hat die VGU in Vietnam die höchste Quote von Absolventinnen und Absolventen, die innerhalb von drei Monaten nach dem Abschluss eine Festanstellung gefunden haben.

Auswirkung auf das vietnamesische Bildungssystem

Wie von den Gründervätern beabsichtigt, entfaltet die VGU auch Wirkungen auf das vietnamesische Bildungssystem: 2012 wurde erstmalig ein vietnamesisches Hochschulgesetz in Anlehnung an die Satzung der VGU verabschiedet; seit 2016 erhielten die Hochschulen mehr Möglichkeiten, ihre Forschungen zu finanzieren. Zum besonderen Profil der VGU gehört auch die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft; in nahezu allen Studiengängen der VGU gibt es Industriepartnerschaften. So unterstützen namhafte deutsche Unternehmen wie beispielsweise Messer AG, B. Braun Melsungen AG, SAP, HELABA, HDI, Bosch und Adidas das Hochschulprojekt durch Stipendien und Praktikumsplätze.

1,5 Millionen Euro jährlich vom Land

Das Land Hessen und das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzieren die VGU seit 2008 jährlich mit jeweils 1,5 Millionen Euro. Mit dem hessischen Anteil werden der Aufbau der Verwaltung an der VGU, der deutsche Präsident sowie ein Vizepräsident und zwei Studiengänge finanziert, die von hessischen Hochschulen an der VGU angeboten werden. Darüber hinaus fördert der vietnamesische Staat den Bau des VGU-Campus mit einer Ausbaustufe für 5.000 Studienplätze in 23 Studiengängen mit einem Kredit der Weltbank in Höhe von 180 Millionen US-Dollar sowie weiteren 20 Millionen US-Dollar aus dem Staatsbudget der Sozialistischen Republik Vietnam. Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert die Arbeit des Konsortialvereins deutscher Hochschulen im Rahmen des Akademischen Aufbaus der VGU sowie der World University Service (WUS) den Verwaltungsaufbau der VGU.

Die VGU hat ihren Standort in Binh Duong New City, rund 40 Kilometer nördlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Der Campus dort wird bis zum Jahr 2020 errichtet sein. Bereits jetzt verfügt die VGU über moderne Laborausstattung für Forschung und Lehre und baut diese im Zuge des Neubaus entsprechend aus.

„Maßstäbe gesetzt"

„Mit der Vision einer binationalen Forschungsuniversität haben wir Maßstäbe gesetzt. Auf der Grundlage einer ganz besonderen Freundschaft zwischen Hessen und Vietnam wird sich die VGU weiterhin zu einem Impulsgeber für wissenschaftliche Kooperationen und Wirtschaftsbeziehungen in Vietnam und Südostasien entwickeln“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag