Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zur hessischen Geschichte forschen, haben wieder die Chance auf finanzielle Unterstützung: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergibt erneut das Hessen-Stipendium für Dissertationsvorhaben, die einen innovativen und herausragenden Beitrag zur hessischen Geschichte erwarten lassen. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2019.

Neu in der Förderreihe

„Das Hessen-Stipendium ist noch neu in unserer Förderreihe – 2016 haben wir es zum ersten Mal ausgeschrieben, 2017 ist es gestartet. Das rege Interesse der Bewerberinnen und Bewerber bisher hat gezeigt: Hessens Geschichte ist ein spannendes Thema, das viel Stoff für intensive Forschung bietet. Ich bin gespannt auf die diesjährigen Bewerbungen“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

1.400 Euro monatlich

Die Stipendiatin oder der Stipendiat bekommt 1.400 Euro monatlich für zunächst höchstens zwei Jahre. Nach dem ersten Förderjahr muss schriftlich über den Verlauf der Arbeit und die Zwischenergebnisse berichtet werden; auch ein Vortrag vor einem Fachpublikum gehört zu den Anforderungen. Bei erfolgreicher Forschung kann das Stipendium auch um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Erste Stipendiatin forscht zu Studentenschaft

Das erste Hessen-Stipendium vergab die Jury an Kristin Langefeld: Sie forscht in ihrer Dissertation zur Geschichte der Universität Marburg in der Frühen Neuzeit und untersucht, wie das Alltags- und Freizeitverhalten der Marburger Studentenschaft in dieser Epoche aussah. Dabei interessiert sie sich besonders für die Bedeutung der Studenten für die städtische Bevölkerung als Wirtschaftsfaktor, Nachbarn und Besucher. Dafür hat sie bislang unerschlossene Quellen und Dokumente ausgewertet und alle Studenten in einer Datenbank erfasst. Diese „Studenten-Datenbank“ ist in ihrem Umfang und Komplexität deutschlandweit bisher einzigartig und erlaubt eine statistische Auswertung der Marburger Studentenschaft wie zum Beispiel nach Alter, Herkunft oder der Wohnsituation am Studienort. Kristin Langefeld wird ihre Arbeit voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 abschließen.

Neue Erkenntnisse zur Universitätsgeschichte

„Frau Langefelds Forschung verspricht spannende neue Erkenntnisse zur Marburger Universitätsgeschichte, vor allem auch im Hinblick auf das 2027 anstehende 500-jährige Jubiläum der Philipps-Universität Marburg. Mit der diesjährigen Ausschreibung freue ich mich auf weitere neue, interessante Blicke in die hessische Landesgeschichte und ermutige die Forscherinnen und Forscher, sich zu bewerben. Das Stipendium bietet eine weitere Perspektive für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ihn zu fördern, ist ein wichtiges Anliegen der Hessischen Landesregierung“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag