Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein und seine Delegation haben heute das größte öffentliche Kunstinstitut in San Francisco und den beliebtesten Museumskomplex an der Westküste besucht, die Fine Arts Museums San Francisco, die vom ehemaligen Städeldirektor Max Hollein geleitet werden.

Max Hollein empfing die Gäste im Museum Legion of Honour, dessen Stärken im Altmeister-Bereich und dem neunzehnten Jahrhundert mit einer der besten Rodin-Sammlungen weltweit liegen. Im Gespräch erläuterte Max Hollein die unterschiedliche Ausrichtung des Legion und des M.H. de Young Museums und sprach über geplante Vorhaben und Kooperationen mit bedeutenden europäischen Museen. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein konstatierte Anknüpfungspunkte auch mit den großen hessischen Museen in Kassel und Frankfurt.

Gespräche mit Frankfurter Museum

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein: „Internationale Kooperationen mit wechselseitigen Leihgaben für Ausstellungen, die Entwicklung gemeinsamer Projekte und die Übernahme von Wanderausstellungen können für die großen Museen in Hessen fruchtbar und zukunftsweisend sein. Es ist naheliegend, Kooperationen mit amerikanischen Museen mit einem Direktor wie Max Hollein anzustreben, der die Hessische Museumslandschaft sehr gut kennt und Frankfurt und Hessen verbunden ist. Derzeit gibt es schon Gespräche mit dem Museum Angewandte Kunst Frankfurt, das im Jahr 2019 gerne die in San Francisco produzierte Ausstellung über Mode des Islam zeigen möchte. Das freut mich sehr.“

Das Gespräch berührte auch die Themen digitales Museum und Provenienzforschung, auf das die hessischen Museen einen großen Fokus legen. Die Besucheransprache und die Gewinnung neuer, auch bildungsferner Zielgruppen mit innovativen Konzepten der Kulturellen Bildung, kamen ebenfalls zur Sprache. Die Fine Arts Museums verzeichnen im Jahr 1,6 Millionen Besucher und haben mehr als 100.000 Mitglieder.

Zukunftsweisende Anregungen für Hessen

„Amerikanische Museen sind uns auf den Gebieten Museumspädagogik, Vermittlung, Digitalisierung, Besucherpflege und Gewinnung benachteiligter Zielgruppen voraus. Ich konnte in den Fine Art Museums San Francisco wertvolle Ideen und zukunftsweisende Anregungen für unsere Hessischen Museen gewinnen. So wäre es beispielsweise denkbar, mit der Museumslandschaft Hessen Kassel ein Bildungsprogramm für Schüler zu entwickeln, das die analogen Denk- und Wahrnehmungsmuster von Künstlern und Wissenschaftlern erfahrbar macht und die Denkfähigkeit, Kreativität und Problemlösungskompetenz stärkt. ‚Design thinking‘ ist für viele Berufsfelder heute maßgeblich. Museumspädagogen in Hessen können von den weit entwickelten Bildungsprogrammen der Fine Arts Museums San Francisco profitieren“, so Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Im Anschluss an den Austausch mit Max Hollein besuchte die Delegation das M.H. de Young Museum im Golden Gate Park und konnte sich ein Bild von der großartigen Sammlung verschaffen, die Stammeskunst ebenso umfasst wie die Rockefeller-Sammlung amerikanischer Malerei des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts, mexikanische und zeitgenössische Kunst und eine herausragende Kostüm- und Textiliensammlung.

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