Hessische Hochschulen zeigen sich im bundesweiten Wettbewerb erfolgreich: Durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschriebene Professorinnenprogramm können sechs hessische Hochschulen in den nächsten fünf Jahren Anschubfinanzierungen erhalten. Die Hochschule Fulda wurde zudem als eine von zehn der bundesweit besten Hochschulen mit dem Prädikat „Gleichstellung Ausgezeichnet!“ gewürdigt.

Hochschulen stechen bundesweit heraus

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Es freut uns, dass die hessischen Hochschulen im bundesweiten Vergleich bestehen und sogar herausstechen. Wir sind besonders stolz, dass die Hochschule Fulda mit ihrer hervorragenden Gleichstellungsarbeit zu den besten zehn Hochschulen Deutschlands zählt und entsprechend ausgezeichnet wurde. Ich gratuliere recht herzlich.“

Fördermittel für Erstberufung von Frauen

Die Hochschulen haben ein unabhängiges Begutachtungsgremium mit ihren gleichstellungspolitischen Strukturen und Maßnahmen überzeugt. Sie sind damit berechtigt, knapp 500.000 Euro pro Jahr für die Erstberufung von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren zu beantragen. Die Hochschule Fulda kann sogar Fördermittel von bis zu 660.000 Euro pro Jahr zur Förderung von Erstberufungen von Frauen beantragen. Denn ihr Konzept zur Personalgewinnung und -entwicklung auf dem Weg zur Professur wurde als hervorragend bewertet.

Mehr Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpostionen

Ziel des Professorinnenprogramms ist es, die Anzahl von Frauen in Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern. Finanziert wird das Programm hälftig vom Bund und den Ländern. Sie fördern gemeinsam bis zu drei Professorinnen je Hochschule für maximal fünf Jahre. Insgesamt werden dafür 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hessen leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern.

Insgesamt waren folgende hessische Hochschulen erfolgreich (in alphabetischer Reihenfolge):

  • die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
  • die Hochschule Fulda
  • die Hochschule für Gestaltung Offenbach
  • die Justus-Liebig-Universität Gießen
  • die Philipps-Universität Marburg und
  • die Universität Kassel.

Wettbewerb wird wiederholt

Das wettbewerbliche Verfahren des Bundes wird im nächsten Jahr wiederholt, so dass sich weitere hessische Hochschulen bewerben können. Das Professorinnenprogramm wurde 2008 erstmals aufgelegt und startete in diesem Jahr in die dritte Förderperiode. Seit 2008 haben die bis zu zehn beteiligten hessischen Hochschulen allein vom Land Hessen rund 8,1 Millionen Euro zusätzliche Fördermittel erhalten.

Frauenanteil an Professuren steigt stetig

Der Frauenanteil an Professuren in Deutschland steigt stetig: Besetzte man im Jahr 1992 in den deutschen Hochschulen nur rund sechs Prozent der gesamten Professuren mit Frauen, so war 2015 mit einem Anteil von 22,7 Prozent bereits mindestens jede fünfte Professur mit einer Frau besetzt. Hessen lag dabei immer über dem Bundesdurchschnitt – 2015 sogar um rund zwei Prozentpunkte. „Auch wenn Hessen leicht über dem Schnitt liegt, ist eine Gleichstellung noch längst nicht erreicht. Um eine Steigerung der Partizipation von Frauen auf allen Ebenen des Wissenschaftssystems zu erzielen, sind Maßnahmen wie das Professorinnenprogramm daher nach wie vor besonders wichtig“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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