Gewalt gegen Frauen in unterschiedlichen Formen findet alltäglich und mitten unter uns statt. Etwa jede vierte Frau, die in Deutschland lebt, ist mindestens einmal Opfer von Gewalt geworden. Damit dürfen wir uns nicht abfinden und wir dürfen die Betroffenen nicht allein lassen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen sagte Sozialminister Stefan Grüttner: „Ein erster Schritt gegen Gewalt an Frauen ist, das Schweigen zu brechen, hinzusehen und nachzufragen. Wir müssen den Betroffenen Mut machen, sich zu wehren und Hilfe zu suchen.“

Nur wenige Betroffene wenden sich an Beratungs- oder Unterstützungseinrichtungen, weil sie kein Vertrauen haben, dass man ihnen glaubt, weil sie Angst haben oder sich schämen. Genau hier setzt das bundesweite Hilfstelefon „Gewalt gegen Frauen“ an. Es steht Frauen zur Verfügung, die von körperlicher, sexueller oder seelischer Gewalt betroffen sind. Ebenso bietet es Beratung für Personen aus dem sozialen Umfeld Betroffener sowie für Fachkräfte, die Informationen benötigen. Die kostenlose Hotline ist rund um die Uhr an 365 Tagen unter 08000 – 116 016 erreichbar. Qualifizierte Mitarbeiterinnen beraten und informieren betroffene Frauen anonym, vertraulich, mehrsprachig und barrierefrei und weisen die Betroffenen zur weiteren Betreuung auf Unterstützungseinrichtungen vor Ort hin. Es ist ein Angebot und soll den Frauen Mut machen für den ersten Schritt, das Schweigen zu brechen. „Wir werden uns dafür einsetzen, das Angebot noch stärker bekannt zu machen,“ so Grüttner.
„Der Hessischen Landesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, Frauen zu helfen, die Opfer von Gewalt geworden sind,“ sagte Familienminister Grüttner. Neben der Ausweitung bereits bestehender Präventions- und Unterstützungsangebote wurden die Mittel für Frauenhäuser im Rahmen des Sozialbudgets kontinuierlich aufgestockt. In 2018 stehen knapp 3,3 Mio. Euro zur Verfügung und in 2019 wurde auf 3,45 Millionen Euro jährlich erhöht. In Hessen stehen derzeit 31 Frauenhäuser und 727 Frauenhausplätze zur Verfügung. Bei einer Gesamtbevölkerungszahl von etwa 6,2 Millionen kommen auf einen Frauenhausplatz etwa 8.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit steht Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern an dritter Stelle.

Darüber hinaus finanziert das Hessische Ministerium für Soziales und Integration vielfältige Modellprojekte, die sich für einen besseren Schutz von Frauen vor Gewalt und für die gesundheitliche Versorgung von Gewaltopfern einsetzen. Dafür stehen aktuell in 2018 Mittel in Höhe von knapp 1,1 Millionen Euro, in 2019 von 1,2 Millionen Euro bereit. Das sind Rahmenbedingungen, die es in Hessen möglich machen, passgenaue Beratungs- und Schutzangebote weiterzuentwickeln.

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