Sieben Absolventinnen und ein Absolvent des Projekts „Handel im Wandel“ haben heute in Frankfurt die Zertifikate ihres Berufsabschlusses als Verkäuferin und Verkäufer erhalten. Die zuvor langzeitarbeitslosen Migrantinnen und Migranten haben ihre Umschulung in Teilzeit mit einer integrierten Sprachförderung durchlaufen. Die sichere Beherrschung der Fachsprache erwies sich dabei als entscheidender Erfolgsfaktor – sowohl für das Bestehen der Abschlussprüfung als auch für die Berufspraxis im direkten Kundenkontakt.
„Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen wie zunächst fehlenden Bildungsvoraussetzungen und unzureichenden Sprachkenntnissen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Chance genutzt und sich mit Beharrlichkeit und Fleiß einen Berufsabschluss erarbeitet“, stellte Arbeitsminister Stefan Grüttner in Wiesbaden fest. „Darauf können die Absolventinnen und Absolventen wie auch die beteiligten Fachanleiter, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Sprachförderkräfte gemeinsam stolz sein. Schon jetzt haben mehr als 70 Prozent der Teilnehmenden einen Berufsabschluss erreicht. Das zeigt: Mit der engen Verschränkung von beruflicher und sprachlicher Qualifizierung hat das Projekt Maßstäbe gesetzt. Sprache ist der Schlüssel zu persönlichem und beruflichem Erfolg“, so der Hessische Arbeitsminister Stefan Grüttner weiter.

„Handel im Wandel“ hat Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet

Um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl fachlich als auch sprachlich auf die Abschlussprüfung vorzubereiten, wurden sie von einem Fachanleiter und einer Sprachlehrkraft gemeinsam unterrichtet. Um den arbeitspraktischen Bezug der Sprachförderung sicherzustellen, wurden die Teilnehmenden auch bei ihren Einsätzen im Kleiderladen „Kreuz und Quer“ des Deutschen Roten Kreuzes von einer Sprachförderkraft begleitet.  Das Projekt hat gezeigt, dass aus Langzeitarbeitslosen Fachkräfte werden können, und hat damit auch einen Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet.
„Wir haben bewiesen, dass es möglich ist.“, betonte Barbara Wagner, Geschäftsführerin der GFFB gGmbH, die das Projekt in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz durchführt. „Wenn die Rahmenbedingungen an den Voraussetzungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer orientiert werden, können auch Personen mit eingeschränkten sprachlichen Vorkenntnissen einen Berufsabschluss erreichen. Das Modell der berufsintegrierten Sprachförderung hat sich als außerordentlich erfolgreich zur Gewinnung von Fachkräften erwiesen und sollte in jedem Fall Bestandteil der Instrumente der Arbeitsmarktpolitik auf der Bundesebene werden.“
Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen des Förder-Instruments „Kompetenzen entwickeln, Perspektiven eröffnen“ mit Landesmitteln in Höhe von rund 720.000 € gefördert.

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