„Wir setzen uns engagiert dafür ein, damit die Unterschiede in den Gehältern Geschichte werden. Aber es ist immer noch ein weiter Weg und es sind dicke Bretter, die viele Akteure gemeinsam bohren müssen. Ich sage zu, dass die Hessische Landesregierung nicht nachlassen wird“, so der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner anlässlich des Equal Pay Days am Sonntag. Grüttner betonte darüber hinaus, dass Frauen eine wichtige Fachkraftgruppe seien, deren Potenziale man weiter heben und fördern müsse. Hierzu zählten auch intelligente Teilzeitmodelle oder verstärkte Telearbeit, die den Lebenswirklichkeiten von Frauen – und auch Männern – Rechnung tragen müssten.

In diesem Jahr wird der Equal Pay Day in Deutschland zum 11. Mal begangen. Dieser Tag symbolisiert rechnerisch den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu erlangen.

Lohngerechtigkeit gesetzlich verankert

Das Hessische Gleichberechtigungsgesetz wurde bereits 2015 in Sachen Lohngerechtigkeit neu ausgerichtet. „Die Dienststellen sind setidem verpflichtet, durch Frauenförder- und Gleichstellungspläne sowie sonstige Maßnahmen auf die Gewährleistung der Entgeltgleichheit hinzuwirken“, erklärt der Minister. Das Land habe unter anderem die Erstellung eines Lohnatlas initiiert. „Der Lohnatlas schafft mehr Transparenz in diesem Bereich. Mit einer Darstellung der regionalen Unterschiede in Hessen bietet er eine gute Grundlage für die Diskussion mit allen Akteuren am Arbeitsmarkt, die für die Entgelte zuständig sind. Denn nur wenn wir genaue Kenntnisse darüber haben, wie sich die Lage in den verschiedenen Regionen Hessens darstellt, können wir geeignete Maßnahmen entwickeln und auch die Wirtschaft auffordern umzudenken“, so Grüttner.

Frauen im Arbeitsmarkt benötigt

„Die demografische Entwicklung und die gleichzeitig steigende Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern macht es notwendig, dass Frauen beständiger und nach Familienphasen schneller wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen. Die Lohngleichheit ist ein wichtiger Schritt, um die Aufnahme einer Beschäftigung attraktiver zu machen“, erklärt Minister Grüttner. Die Hessische Landesregierung unterstützt daher Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf auf vielfältige Weise. „Wir versetzen ganz aktuell Städte und Kommunen in die Lage, alle drei Kindergartenjahre für sechs Stunden am Tag beitragsfrei zu stellen. Dafür stellen wir 440 Millionen Euro zur Verfügung und unterstützen als Land die Kommunen bei ihrer Aufgabe der Kinderbetreuung mit so viel Geld wie nie zuvor“, erläuterte Grüttner.

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