„Dass das Leben endlich ist und dass Sterben und Tod zum Leben dazugehört, verdrängen wir gerne. Die Auseinandersetzung mit dem Tod darf aber nicht ins gesellschaftliche Abseits oder in die Einsamkeit des Sterbezimmers verbannt werden. Am Umgang einer Gesellschaft mit dem Tod zeigt sich ihre Haltung zum Leben! Aus diesem Grund ist mir eine gute und umfassende Hospiz- und Palliativversorgung in Hessen seit vielen Jahren ein großes Anliegen“, erklärt Sozialminister Stefan Grüttner zum Welthospiztag am 14. Oktober 2017.

Die Hessische Landesregierung hat frühzeitig die Impulse der Hospizbewegung aufgenommen und eine Arbeitsgemeinschaft mit Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft, der Pflegeberufe, der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen, der Hospizinitiativen, der stationären Hospize, der Kranken- und Pflegekassen, der Heimaufsicht und inzwischen auch der Palliativmedizin und ihres Fachverbandes gegründet, die kontinuierlich seit Jahrzehnten gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration an der Verbesserung der Sterbebegleitung in Hessen arbeiten. So sind aktuell in Hessen 110 ambulante Hospizinitiativen tätig. 76 ambulante Hospizdienste erhalten auf gesetzlicher Grundlage einen Förderzuschuss der Krankenkasse. In den hessischen Hospizdiensten sind ca. 2.500 qualifizierte ehrenamtlich Tätige aktiv. Zusätzlich zu den ambulanten Hospizdiensten existieren 20 stationäre Hospize sowie ein stationäres Kinderhospiz in Hessen.

„Ich möchte heute am Welthospiztag meinen großen Dank der Hospizbewegung aussprechen, die sich in der ganz individuellen Begleitung sterbender Menschen engagiert sowie auch in der Frage, wie wir erreichen können, dass ein würdevolles schmerzfreies Sterben in Geborgenheit für alle Menschen möglich wird“, so Sozialminister Grüttner mit Hinweis auf das hohe Engagement vieler ehrenamtlich Engagierter in den Hospizdiensten in Hessen. Weiter weist Grüttner darauf hin: „Hessen wird auch zukünftig dieses vorbildliche Engagement fördern. Dies entspricht dem Grundsatz der Landesregierung, dass in der Sterbebegleitung der ambulanten Unterstützung vor einer stationären Versorgung Priorität einzuräumen ist. Dies entspricht zudem auch den Wünschen fast aller Menschen: Sie möchten zuhause sterben. Die Angebote der ambulanten Hospizinitiativen und die inzwischen aufgebauten Strukturen der allgemeinen und der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung unterstützen Sterbende und ihre Angehörigen hierbei.“

Hospizarbeit in Hessen

In Hessen gibt es

  • 100 ambulante Hospizinitiativen
  • 10 ambulante Kinderhospizdienste
  • davon 76 Ambulante Hospizdienste, gefördert gem. § 39a Abs. 2 SGB V
  • 20 stationäre Hospize
  • 1 stationäres Kinderhospiz
  • 22 ambulante Palliativteams SAPV (mit abgeschlossenem Vertrag mit den Gesetzlichen Krankenkassen)
  • 3 ambulante Palliativteams für Kinder und Jugendliche.

Die Landesregierung unterstützt deren wichtige Arbeit durch die Koordinations- und Ansprechstelle für Sterbebegleitung und Angehörigenbetreuung (KASA). Ziel der KASA ist es, zur Verbesserung der Sterbebegleitung durch das Initiieren, Begleiten, Fördern und Vernetzen hospizlicher und palliativer Arbeit beizutragen. So findet am 15. November 2017 in der Trägerschaft des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration die 18. Fachtagung „Leben und Sterben“ in Gießen statt. Schwerpunkt der diesjährigen Tagung ist das Thema Begleitung und Versorgung sterbender Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.

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