. Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Sonntag im Hohen Dom zu Fulda den langjährigen Bischof Heinz Josef Algermissen verabschiedet – dabei würdigte der Regierungschef die Verdienste des Geistlichen um die Diözese Fulda. Papst Franziskus hatte Anfang Juni dieses Jahres das Rücktrittsgesuch des 75-Jährigen angenommen. „Geradlinig und mit Haltung haben Sie das Amt des Bischofs ausgeübt. Mit dem Ausscheiden aus Ihrem Amt gehen 17 Jahre zu Ende, in denen Sie das Bistum Fulda durch Ihr Engagement und Ihre Persönlichkeit geprägt haben. Ich möchte Ihnen ganz persönlich, aber auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen der Hessischen Landesregierung, herzlich für die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre danken. Es gab eine Vielzahl angenehmer Begegnungen, Gespräche und ein konstruktives Miteinander zum Wohle von Kirche und Staat. Vor allem zuletzt auch bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise konnte die Landesregierung auf die Unterstützung aus dem Bistum Fulda zählen“, sagte der Ministerpräsident zu Bischof Algermissen.
Der 75-Jährige gehörte in der Deutschen Bischofskonferenz der Liturgiekommission und der Ökumenekommission an, deren stellvertretender Vorsitzender er war. Die Anliegen der internationalen Friedensbewegung der Katholischen Kirche, pax christi, vertrat er als langjähriger Präsident der deutschen Sektion in der kirchlichen und politischen Öffentlichkeit.

Algermissens Stil: unaufgeregt, sachlich und differenziert

Algermissen habe als Bischof einen ganz eigenen Stil entwickelt, sagte Volker Bouffier: unaufgeregt, sachlich und differenziert – und von Zeit zu Zeit auch mal pointiert. „Sie haben Stellung bezogen. Sie haben sich in die Debatten eingemischt. Vor allem in Fragen der Bioethik und bei Fragen, die die Würde des beginnenden und endenden Lebens betreffen, haben Sie sich vernehmbar zu Wort gemeldet. Aber auch bei familienpolitischen Debatten haben Sie Ihre Stimme erhoben. Deutliche Positionen konnte man von Ihnen auch hören, wenn es um Fragen von Krieg und Frieden ging“, fuhr der Hessische Ministerpräsident fort.
Mit Point Alpha vor den Toren Geisas ist eine bedeutende Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte in Algermissens Bistum beheimatet. „Sie haben sich immer wieder gemeinsam mit staatlichen Vertretern dem Gedenken an die deutsche Teilung verpflichtet gefühlt. Dabei haben auch Sie die Bedeutung des Friedens als nicht selbstverständlich stets ins Bewusstsein gerufen. Es ist und bleibt ein gemeinsames Anliegen von Staat und Kirche, den Frieden zu wahren“, sagte Ministerpräsident Bouffier abschließend.

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