Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Mittwoch der ehemaligen hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler den Hessischen Verdienstorden verliehen. Bei einer Feierstunde anlässlich ihres 70. Geburtstags würdigte der Regierungschef sie für ihr umfangreiches ehrenamtliches und politisches Engagement. „Dorothea Henzler setzt sich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft zum Wohle unserer Gesellschaft ein. Als Vorsitzende des Landesverbands für Körper- und Mehrfachbehinderte liegen ihr ihre Mitmenschen sehr am Herzen, vor allem diejenigen, die aufgrund eines Handicaps besondere Unterstützung benötigen. Auch die Bewahrung des historischen Erbes der Region ist ihr ein besonderes Anliegen: In der Einhard-Gesellschaft aus Seligenstadt ist die gebürtige Bayerin ebenfalls als Vorsitzende aktiv. Als ehrenamtliche Verwaltungsrichterin und Schöffin am Landgericht Frankfurt trat sie jahrelang für den Rechtsstaat ein“, lobte der Ministerpräsident das ehrenamtliche Engagement der 70-Jährigen.

„Darüber hinaus ist Dorothea Henzler ein durch und durch politischer Mensch, der sich viele Jahre in die kommunal- und landespolitische Arbeit eingebracht und diese entscheidend mitgestaltet hat“, sagte Volker Bouffier in Oberursel. „Mit Ihrem Wirken, vor allem in der Sozial- und Bildungspolitik, haben Sie bleibende Spuren hinterlassen und geben diesem Land bis heute ein Gesicht.“

Geprägt von Weltoffenheit

Die im bayerischen Türkheim geborene Dorothea Henzler war von 1995 bis 2014 Abgeordnete des Hessischen Landtags. Dort war die gelernte Ingenieursassistentin von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Ausschusses für Frauen, Arbeit und Sozialordnung sowie Mitglied im Ältestenrat, Kulturpolitischen Ausschuss, Unterausschuss für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung. Von 1999 bis 2003 war sie zudem Parlamentarische Geschäftsführerin der Freien Demokratischen Partei (FDP) sowie von 2003 bis zu ihrem Ausscheiden stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie Sprecherin für Bildungspolitik und Schulpolitik ihrer Partei. Nach der vorgezogenen hessischen Landtagswahl wurde Dorothea Henzler im Februar 2009 zur Kultusministerin ernannt. Dieses Amt bekleidete sie bis 2012.

Das Handeln der überzeugten Liberalen ist geprägt von Weltoffenheit. 1993 wurde sie Präsidiumsmitglied der hessischen FDP, dort wirkte sie bis 2009. In ihrer Heimatstadt Oberursel war die dreifache Mutter und mittlerweile siebenfache Großmutter Dorothea Henzler 16 Jahre lang Stadtverordnete und wiederholt Mitglied des Ortsbeirats Oberursel-Weißkirchen. So war sie beispielsweise sechs Jahre lang FDP-Fraktionschefin im Stadtparlament. Zudem war sie in den Jahren 1993 bis 1995 Kreistagsabgeordnete des Hochtaunuskreises und dort als schulpolitische Sprecherin aktiv.

Weit über ihre politischen Verpflichtungen hinaus habe sich Dorothea Henzler um soziale Belange ebenso bemüht wie um kulturelle Errungenschaften, betonte der Regierungschef: so etwa als Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung der Integration Behinderter Taunus oder in zahlreichen Kuratorien und Vorständen, wie beispielsweise dem Förderverein der Saalburg, dem Verein für internationale Jugendarbeit sowie der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. Dorothea Henzler ist Schirmherrin der „Aktion Hessen hilft“. „Für Ihren vielfältigen Einsatz möchte ich Ihnen heute herzlich danken“, sagte der Ministerpräsident.

Hintergrund

Der Hessische Verdienstorden wird zur Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehen. Es gibt zwei Ordensstufen: Hessischer Verdienstorden am Bande (niedrigere Stufe) und Hessischer Verdienstorden (höhere Stufe).

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