Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die Ausstellung „Tischbein & Co. zurück! Neue Räume für Alte Meister“ auf Schloss Wilhelmshöhe eröffnet. Sie zeigt Werke der umfangreichen Sammlung der Kunst des 18. Jahrhunderts und ergänzt die bisherige Dauerausstellung der Gemäldegalerie Alte Meister. Zu sehen sind die Bilder im frisch renovierten Verbindungsbau, der den Corps de Logis mit dem Kirchflügel verbindet.

Umfassendes Bild der Epoche

„Die Neupräsentation der Werke, die teilweise bisher nicht zugänglich waren, ergibt gemeinsam mit der Gemäldegalerie Alte Meister ein umfassendes Bild dieser Epoche. Ich freue mich, heute diese Erweiterung in den frisch restaurierten Räumen eröffnen zu können. Die Zusammensetzung der Sammlung lässt erkennen, welch große Aufmerksamkeit die Landgrafen von Hessen-Kassel im 18. Jahrhundert den zeitgenössischen Künstlern und Kunstströmungen widmeten. Mit der neuen Präsentation sind die Arbeiten nun auch wieder für unsere Besucher zugänglich,“ sagte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Sammlung als Parcours angelegt

Die Ausstellung ist ab dem 6. Oktober in zuletzt nicht zugänglichen Räumen des Verbindungsflügels im ersten Obergeschoss von Schloss Wilhelmshöhe zu sehen. Die rund 80 Meisterwerke stammen von 30 Künstlern. Darunter finden sich der Kasseler Hofmaler und Akademiedirektor Johann Heinrich Tischbein d. Ä. sowie weitere Mitglieder der berühmten Künstlerfamilie Tischbein. Aber auch Kunst von Jakob Philipp Hackert, Anton Graff oder Anna Dorothea Therbusch erwartet die Besucherinnen und Besucher.

Die Sammlung ist als Parcours angelegt, der in sechs Kabinetten Einblicke in die zentralen Themen der Kunst des 18. Jahrhunderts gibt. Den Auftakt bildet die Rezeption der niederländischen Malerei des Goldenen Zeitalters mit den sogenannten Frankfurter Goethe-Malern, gefolgt von mythologischen Motiven, die im 18. Jahrhundert neu aufgegriffen wurden.

Maler- und Bildhauerakademie im Fokus

Auch ein zentraler Bestandteil der Kunst- und Kulturgeschichte Kassels steht im Fokus der Ausstellung: Die Gründung der Maler- und Bildhauerakademie im Jahr 1777 war Impulsgeber für Gattungen wie etwa die Porträtmalerei. Hier wird der Wandel vom Repräsentationsbildnis zum bürgerlichen, teilweise sehr privaten Porträt sichtbar. Gezeigt wird zum Beispiel ein innigeres Verhältnis von Mutter und Kind, das die neu entstandene Natürlichkeit um 1800 verdeutlicht. Auch das gewandelte Selbstverständnis der Frauen im Zeitalter der Aufklärung wird gezeigt: Sie traten nun vermehrt als Künstlerinnen in Erscheinung.

„Mit der Ergänzung der schon vorher sehr sehenswerten Gemäldegalerie wird Schloss Wilhelmshöhe noch attraktiver. Gemeinsam mit den anderen beeindruckenden Zeugnissen der Vergangenheit wie dem neu eröffneten Landesmuseum Kassel oder Schloss Wilhelmsthal macht es die Museumslandschaft Hessen Kassel zu einem glanzvollen Beispiel für die kulturelle Vielfalt des Landes“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

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