Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute Prof. Dr. Martin Eberle als neuen Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) offiziell vorgestellt. Der Kunsthistoriker nimmt zum 1. Mai 2018 seine Arbeit auf. Er folgt auf Prof. Dr. Bernd Küster, der sich Ende Januar in den Ruhestand verabschiedet hat.

Machte sich Namen in Gotha

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Ich freue mich sehr, Prof. Dr. Eberle in seiner neuen Funktion begrüßen zu können. Auf ihn wartet eine spannende Aufgabe, für die er bestens gerüstet ist. In Gotha hat er erfolgreich bewiesen, dass er eine zeitgemäße, auch an Publikumsinteressen orientierte Ausrichtung einer Museumslandschaft vorantreiben und umsetzen kann. Vor allem seine Erfahrung mit Bau- und Sanierungsmaßnahmen historischer Gebäude werden ihm helfen, dieses einzigartige Ensemble aus Schlössern und Gärten in Kassel als Zuschauermagnet zu wahren und auszubauen. Ich wünsche Herrn Prof. Dr. Eberle viel Erfolg und bin sicher, dass wir gut zusammenarbeiten werden.“
Minister Rhein hatte mit Unterstützung einer Findungskommission, der renommierte Expertinnen und Experten mit verschiedenen kunsthistorischen und musealen Schwerpunkten angehörten, Prof. Dr. Eberle als Nachfolger ausgesucht. Zuvor arbeitete Prof. Dr. Martin Eberle als Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha. Dort machte er sich vor allem einen Namen mit der Neukonzeption der Gothaer Schloss- und Museumslandschaft – ein Erfolg, der die Findungskommission besonders beeindruckte.

Großes Vorhaben in Kassel

Auch in der Museumslandschaft Hessen Kassel übernimmt Prof. Dr. Eberle ein großes Vorhaben: Vor über zehn Jahren hat das Land Hessen eine konzeptionelle Neuaufstellung der MHK beschlossen, die mit einem finanziellen Volumen von inzwischen mehr als 230 Millionen Euro das größte Kulturinvestitionsprojekt des Landes Hessen darstellt. Der Prozess umfasst weitreichende inhaltliche Veränderungen sowie umfangreiche Baumaßnahmen – sowohl die Sanierung von denkmalgeschützten Bauten als auch die Errichtung von Neubauten, wie aktuell des „Deutschen Tapetenmuseums - Museum für Raumkunst“. Ein wesentlicher Erfolg war auf diesem Weg auch die Aufnahme des Bergparks Wilhelmshöhe mit seinen Wasserkünsten ins UNESCO-Weltkulturerbe. Diese besonderen Anforderungen und Herausforderungen stellen einen wichtigen Teil seiner zukünftigen Aufgaben und Verantwortungen dar.
„Ich freue mich auf diese reizvolle Aufgabe, die Museumslandschaft Hessen Kassel zu gestalten und dem beeindruckenden Kulturensemble mit seinen Spitzensammlungen noch stärkere internationale Strahlkraft zu geben. Ich danke Herrn Minister Rhein für das in mich gesetzte Vertrauen“, so Prof. Dr. Martin Eberle.

Wird Museumslandschaft Hessen Kassel bereichern

Zur Museumslandschaft Hessen Kassel gehören neben dem UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Herkules und den Wasserspielen, Schloss Wilhelmshöhe, die Löwenburg, das Ballhaus und das Gewächshaus sowie der Staatspark Karlsaue mit der Insel Siebenbergen, dem Orangerieschloss mit Astronomisch-Physikalischem Kabinett und Planetarium und dem Marmorbad, das Hessische Landesmuseum mit der Torwache und die Neue Galerie. Weiterhin gehören das Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen und das Schloss mit dem Schlosspark Wilhelmsthal bei Calden zum Verantwortungsbereich des Direktors der MHK.
„Ich bin sicher, dass Prof. Dr. Eberle dieses außerordentlich attraktive Kulturensemble mit neuen Ideen bereichern wird. Eine besondere Herausforderung in Kassel ist es, die verschiedenen kunst- und kulturhistorischen Schwerpunkte der Sammlungen thematisch zu vernetzen und unter einem gemeinsamen Dach zu vermarkten. Es gilt, Traditionsbewusstsein und Moderne in einem Konzept für das 21. Jahrhundert zu vereinen“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Zur Person

Prof. Dr. Martin Eberle wurde am 11. Februar 1968 im bayerischen Schrobenhausen geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Historische Hilfswissenschaften in München, Bamberg, Jena und Kassel. Von 1996 bis 1999 arbeitete er im Grassi-Museum der Stadt Leipzig, danach übernahm er die Leitung des Gohliser Schlösschens in Leipzig und des Städtischen Museums Braunschweig. Seit Oktober 2007 ist er Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha.

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