Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat mit Erstaunen die Kritik der documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff zur Kenntnis genommen. Sie hatte sich in einem dpa-Interview über die ihrer Ansicht nach unzureichende Finanzierung der documenta 14 geäußert, was umso verblüffender ist, da Frau Kulenkampff dies bislang in den zuständigen Gremien nicht thematisiert hatte.

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die documenta 14, ihre Vorbereitung sowie den Ausstellungsbetrieb im Museum Fridericianum mit rund 13,8 Millionen Euro. Damit ist die Landesförderung für die documenta höher als jemals zuvor.

Verlässliche Rahmenbedingungen

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Es ist mir ein Anliegen, dass das Land Hessen und die Stadt Kassel mit der documenta auch weiterhin zur ersten Adresse und Anlaufstelle für Kunstfreunde aus aller Welt zählen können. Deshalb fördert die Landesregierung die documenta in diesem Jahr mit rund vierzehn Millionen Euro und schafft damit erneut verlässliche Rahmenbedingungen.“

Seit ihrer Gründung 1955 gilt die documenta als eine der bedeutendsten und international bekanntesten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. In einem Turnus von fünf Jahren und während einer Laufzeit von 100 Tagen präsentiert sie eine Vielzahl aktueller internationaler Kunstpositionen.

documenta-Institut entsteht

Die vergangene documenta 13 hatte einen Etat von rund 30 Millionen Euro, der zu 40 Prozent aus öffentlichen Mitteln (Land Hessen, Stadt Kassel und der Kulturstiftung des Bundes) und zu 60 Prozent aus eigenen Einnahmen bestand. Für die nun kommende documenta 14 wird alleine das Land Hessen der Gesellschaft 4,6 Millionen Euro mehr zur Durchführung der Ausstellung bereitstellen.

Zusätzlich wird das sich im Aufbau befindende documenta-Institut seit 2016 von beiden Gesellschaftern jeweils mit jährlich einer halben Million Euro finanziert. Das documenta-Institut soll eine eindeutig wissenschaftliche Ausrichtung haben und die documenta nicht nur im Hinblick auf ihre Geschichte aufarbeiten, sondern unter interdisziplinär angelegten Fragestellungen sowie im Kontext einer globalen zeitgenössischen Ausstellungskultur untersuchen und die Bestände des documenta-Archivs integrieren.

„Seit Bestehen der documenta wurden die Zuwendungen des Landes unter Beachtung des geltenden Haushaltsrechts und der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers kontinuierlich den steigenden Anforderungen angepasst. Hier nun von einer Unterfinanzierung zu sprechen oder Vergleiche mit anderen Zuwendungsempfängern aus dem Theaterbereich anzustellen, halte ich für nicht angemessen“, erklärte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Und fügte hinzu, es sei zudem falsch, die verschiedenen Kulturangebote gegeneinander auszuspielen.

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