Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die documenta 14 in Kassel besucht und einen Rundgang durch die Ausstellung in der Neuen Galerie unternommen. Das Gebäude an der Schönen Aussicht beherbergt normalerweise die Kunstsammlungen der Museumslandschaft Hessen-Kassel des 19., 20. und 21. Jahrhunderts. Die documenta 14 ist die erste Ausgabe der Weltkunstausstellung, die die Neue Galerie komplett bespielt: Mehr als 80 Künstlerinnen und Künstler zeigen hier ihre Arbeiten und machen das Ensemble zu einem zentralen Knotenpunkt der documenta.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Die Neue Galerie war schon immer ein wichtiger Ausstellungsort der documenta. In diesem Jahr nutzen die Veranstalter aber erstmals die gesamte Fläche –und präsentieren so eine Dichte und Dynamik an künstlerischer Qualität, die ihresgleichen sucht. Ich bin beeindruckt von den Werken und lade die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich ebenfalls ein Bild zu machen.“

„Hauptsitz des Geschichtsbewusstseins"

Die documenta 14 bezeichnet die Neue Galerie als den „Hauptsitz ihres Geschichtsbewusstseins“. Neben einer Dokumentation der Geschichte der weltberühmten Ausstellung zeitgenössischer Kunst gibt es – teilweise durchaus provokante – Werke zu sehen. Aufwühlend sind beispielsweise die Arbeiten des Peruaners Sergio Zevallos und des Senegalesen Pélagie Gbaguidi im zweiten Stock der Neuen Galerie: Zevallos präsentiert nachgebildete Schrumpfköpfe bekannter Personen, Gbaguidi beschäftigt sich mit Rassenhass und den „Code Noir“, einem Dekret zur Sklavenhaltung aus dem Jahr 1685.

Die documenta 14 läuft noch bis zum 17. September 2017 und wird vom Künstlerischen Leiter Adam Szymczyk organisiert. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die documenta 14, ihre Vorbereitung sowie den Ausstellungsbetrieb im Museum Fridericianum mit rund 13,8 Millionen Euro.

„Die documenta hat sich als eine der bedeutendsten und international bekanntesten Ausstellungen weltweit Anerkennung erworben: Hier werden Debatten um Positionen in der Kultur ausgetragen und Perspektiven für die Zukunft entwickelt. Dieser hohe Anspruch ist für uns zugleich Verpflichtung, auch in Zukunft für angemessene Rahmenbedingungen zu sorgen. Deswegen fördert das Land Hessen die documenta in diesem Jahr mit fast 14 Millionen Euro mehr als je zuvor“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

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