Hessen ermöglicht seinen Schülerinnen und Schülern Bildungsvielfalt, Chancengerechtigkeit und Wahlfreiheit – während  der  gesamten Schullaufbahn und beim Übergang in Ausbildung oder Studium. Anlässlich der heutigen Plenardebatte zur beruflichen Ausbildung im Hessischen Landtag sagte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: „Wir ermöglichen jungen Menschen die Entfaltung ihrer Persönlichkeit und befähigen sie gemäß unserem Bildungs- und Erziehungsauftrag zur Teilhabe an der Gesellschaft. Dabei arbeiten wir schon seit Jahren erfolgreich daran, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung mit Leben zu füllen und unser Schulsystem durchlässiger zu gestalten, gerade weil der Bildungserfolg eben nicht abhängig von Herkunft oder finanziellen Voraussetzungen im Elternhaus sein darf.“
Bereits beim Übergang auf die weiterführenden Schulen stehen die Lehrkräfte beratend zur Seite und weisen auf die Gleichwertigkeit der Möglichkeiten im beruflichen und allgemeinbildenden System hin. So kann beispielsweise im Rahmen der dualen Ausbildung die Gleichstellung zum nächsthöheren Schulabschluss zuerkannt und auch nach Abschluss einer Ausbildung die Fachhochschulreife erworben werden. Durch die Neufassung des Hessischen Hochschulgesetzes können außerdem Personen, die mindestens über einen Realschulabschluss  und eine dreijährige Berufsausbildung ab 2011 mit der Durchschnittsnote 2,5 verfügen, prüfungsfrei Zugang zu gestuften Studiengängen erhalten.

Berufsfachschulen unterstützen beim Übergang in die Ausbildung

Daneben wirken eine Reihe weiterer Maßnahmen, mit der die Landesregierung die Gleichwertigkeit akademischer und beruflicher Ausbildung unterstreicht, so etwa die verbindliche Berufsorientierung in allen Schulformen, Berufsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit vor Ort in den Schulen, Unterstützung von Auszubildenden in Problemlagen zur Vermeidung eines Ausbildungsabbruchs, Einführung der sogenannten „Meisterprämie“ in Höhe von 1.000 Euro für alle erfolgreichen Absolventen ab 2018 sowie die umfassende Erfassung aller Schulabgängerinnen und Schulabgänger in der integrierten Ausbildungsberichterstattung (iABE). Zusätzlich unterstützt die Regierung Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten haben, ihren Abschluss zu erreichen, mit dem jüngst gestarteten Modellprojekt der Berufsfachschulen zum Übergang in Ausbildung (BÜA) und bietet ihnen die Möglichkeit, sich für eine Ausbildung zu qualifizieren.
Zur Forderung der SPD nach Einführung eines Pflichtfaches Arbeitslehre an Gymnasien erklärte der Kultusminister: „Wegen der vielfältigen gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen und sich damit verändernden Anforderungen kann die Berufs- und Studienorientierung nur durch fächerübergreifende Zusammenarbeit zeitgemäß umgesetzt werden und nicht durch Einführung eines zusätzlichen Unterrichtsfachs „Arbeitslehre“ im gymnasialen Bildungsgang.“ Im Übrigen müsse jeder, der ein zusätzliches Schulfach fordere, erläutern, in welchen Fächern die Stundentafel dafür gekürzt werden solle.

„Wir lassen niemanden zurück."

„Die stetig sinkende Zahl von Schülerinnen und Schülern ohne Schulabschluss verdeutlicht: Wir lassen niemanden zurück. Die angeführte Kritik geht ein stückweit ins Leere, denn sie greift letztlich nur das auf, was wir schon seit Jahren erfolgreich für junge Menschen in Hessen umsetzen. Dabei schaffen wir nicht nur günstige Voraussetzungen in der freien Wirtschaft, sondern bilden mit unseren dualen Ausbildungsplätzen und einer stetig steigenden Zahl von Beamtenanwärterinnen und -anwärtern auch selbst aus“, so Lorz.

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