Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler werden in Hessen zukünftig besonders gefördert. Die Hessische Landesregierung stellt für die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler insgesamt rd. 4,6 Millionen Euro bereit. Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz gab dazu heute den Startschuss für 21 hessische Schulen bei einer Auftaktveranstaltung in der Internatsschule Schloss Hansenberg.
„Damit richtet sich alle Energie des Projekts auf den Kern guten Unterrichts – die individuelle Förderung“, sagte Kultusminister Prof. Dr. Lorz. „Jedes einzelne Kind soll über seinen gesamten Bildungsweg die bestmögliche Förderung und auch Forderung erhalten, damit es sein individuelles Potenzial entfalten kann. Das gilt auch und nicht zuletzt für Schülerinnen und Schüler, die über das Potenzial für gute und sehr gute Leistungen verfügen, und nicht nur für Leistungsschwächere. Die individuelle Förderung unserer Kinder und Jugendlichen über das gesamte Leistungsspektrum ist zentral. Nur dann können Bildungs- und Chancengerechtigkeit entstehen.“ Noch blieben diese Talente und Potenziale in unseren Klassenzimmern zu häufig unentdeckt. Dies könne und dürfe sich ein Land wie Deutschland nicht leisten, führte Lorz weiter aus. „Aus diesem Grunde freue ich mich sehr, dass es gelungen ist, gemeinsam mit dem Bund und allen Ländern eine Initiative zur besseren Förderung auch dieser Schülergruppe auf den Weg zu bringen.“

Graf-Stauffenberg-Gymnasium Flörsheim und 20 weitere Schulen sind dabei

Eine der an der Initiative teilnehmenden Schulen ist das Graf-Stauffenberg-Gymnasium in Flörsheim. Schulleiter Klaus Hartwich hebt hervor: „Dieses Projekt ist für unser Gymnasium in mehreren Punkten einzigartig. Hervorzuheben sind beispielsweise dessen lange Laufzeit von zehn Jahren sowie seine explizite Ausrichtung auf den Regelunterricht. Während dieser Zeit können Ideen in Ruhe entwickelt, erprobt, gegebenenfalls begründet verworfen oder im Erfolgsfalle weiterverfolgt werden. Auch die an unserem Gymnasium bereits entwickelten Konzepte, wie z.B. eine individuelle Deutschförderung in den unteren Klassenstufen oder unsere projektorientiert-fächerverbindend arbeitenden G8-Klassen, werden nun durch die Angebote des Forschungsverbundes fundiert wissenschaftlich begleitet. Von den im bundesweiten Netzwerk von 300 Schulen gewonnenen didaktisch-methodischen Kenntnissen und Erfahrungen  zur unterrichtlichen, individuellen Förderung der Leistungsstärkeren werden letztendlich alle Schülerinnen und Schüler profitieren – von der Primarstufe bis zum Abitur.“ Ziel der Teilnahme am Projekt ist die Entwicklung und Erprobung von Konzepten zur Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und den Naturwissenschaften. Der Fokus liegt auf der Frage, wie besondere Talente und Begabungen von Schülerinnen und Schülern entdeckt und gezielt gefördert werden können.
Neben der Internatsschule Schloss Hansenberg nehmen in Hessen 9 Grundschulen und 11 weiterführende Schulen teil. Jeweils fünf Schulen arbeiten als regionale Projektschulgruppe zusammen. Somit wird in Hessen bereits durch die Auswahl der Schulen das Projektziel unterstützt, die einzelnen Schülerinnen und Schüler über die gesamte Lernbiographie von der Jahrgangsstufe 1 bis 10 individuell zu fördern. Die Internatsschule Schloss Hansenberg ergänzt die Konzeptentwicklung für die Sekundarstufe II und bringt ihre Erfahrungen im Bereich der Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler in die Projektarbeit ein.
Unterstützt werden die Schulen in ihrer Arbeit durch einen interdisziplinären Forschungsverbund, der aus 15 Universitäten besteht. Die hessischen Schulen erhalten darüber hinaus Unterstützung u.a. durch Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote der Hessischen Lehrkräfteakademie sowie durch Schulberater und Schulpsychologen der Staatlichen Schulämter. Jede Projektschule erhält in jedem Schuljahr eine Entlastung für die Projektkoordinatorin oder den Projektkoordinator der jeweiligen Schule im Umfang rd. fünf Wochenstunden sowie jährlich Geldmittel in Höhe von 4000 Euro, die für die projektbezogene Arbeit verwendet werden können.
Folgende hessische Schulen nehmen an der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule!“ teil:

Kooperationsverbund der Staatlichen Schulämter Nord:
Auefeldschule, Kassel (Grundschule)
Valentin-Traudt-Schule, Kassel (Grundschule und Mittelstufenschule)
Wilhelmsgymnasium, Kassel (Gymnasium)
Johann-Amos-Comenius-Schule, Kassel (Integrierte Gesamtschule
Grundschule Harleshausen, Kassel (Grundschule)

Kooperationsverbund der Staatlichen Schulämter Mitte:
Paul-Maar-Schule, Bad Homburg (Grundschule)
Peter-Härtling-Schule, Friedrichsdorf (Grundschule)
Humboldtschule, Bad Homburg (Gymnasium)
Kaiserin-Friedrich-Gymnasium, Bad Homburg (Gymnasium)
Philipp-Reis-Schule, Friedrichsdorf (Kooperative Gesamtschule)
Augustinerschule, Friedberg (Gymnasium)
Grundschule Ockstadt, Friedberg (Grundschule)
Kapersburgschule, Rosbach (Grundschule)
Adolf-Reichwein-Schule, Friedberg (Grundschule und Integrierte Gesamtschule)
Henry-Benrath-Schule, Friedberg (Integrierte Gesamtschule)

Kooperationsverbund der Staatlichen Schulämter Süd:
Albert-Schweitzer-Schule, Hattersheim am Main (Grundschule)
Astrid-Lindgren-Schule, Hochheim am Main (Grundschule) 
Graf-Stauffenberg-Gymnasium, Flörsheim am Main (Gymnasium)
Grundschule am Weilbach, Flörsheim am Main (Grundschule)
Neues Gymnasium, Rüsselsheim (Gymnasium)
Sowie außerhalb der Verbünde die Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim.

Hintergrund:

In Deutschland nehmen insgesamt 300 Schulen an dem Projekt „Leistung macht Schule!“ – der gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler – fteil. Bund und Länder stellen dafür insgesamt 125 Millionen Euro bereit. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. In den ersten fünf Jahren werden an den teilnehmenden Schulen Konzepte entwickelt und erprobt, die zweiten fünf Jahre dienen dem Transfer auf andere Schulen.

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