Die Hessische Landesregierung setzt auf europäische Zusammenarbeit: Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat heute gemeinsam mit der andalusischen Bildungsministerin Dr. Sonia Gaya Sánchez eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Lorz dankte der Regionalregierung für ihre Einladung nach Sevilla und die Bereitschaft, künftig im Bildungssektor zu kooperieren. Im Detail sieht die Vereinbarung vor, den bilingualen Unterricht und kulturellen Austausch zu fördern, Aufenthalte von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften in der Partnerregion zu intensivieren, im Bereich der beruflichen Bildung enger zusammenzuarbeiten und Fortbildungen zu bildungspolitischen Themen anzubieten.

So soll das Fach Deutsch als zweite Wahlfremdsprache im Lehrplan Andalusiens verankert und Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Außerdem sollen bestehende Netzwerke durch Schulpartnerschaften und gemeinsame Treffen gepflegt und ausgebaut werden. Langfristig strebe man eine vertrauensvolle Kooperation an, so Lorz. „Die europäische Zusammenarbeit ist nicht nur ein Projekt der Eliten. Unsere Kooperation mit Andalusien macht deutlich, dass jeder ganz persönlich von einem intensivierten Austausch profitieren kann. Für das Zustandekommen danke ich daher allen Beteiligten recht herzlich.“

Förderung der Mehrsprachigkeit und der kulturellen Bildung

Die Vereinbarung steht in Einklang mit den Beschlüssen der Europäischen Union zur Förderung der Mehrsprachigkeit und kulturellen Bildung und trägt der wachsenden Bedeutung beruflicher Mobilität in Europa Rechnung. In seiner Ansprache hob Lorz den Wert der Zusammenarbeit hervor: „Von diesem Projekt profitieren beide Seiten. Während wir wichtige Impulse im Umgang mit Integration und gelebter Willkommenskultur mitnehmen, freuen wir uns, den Kolleginnen und Kollegen unser System der dualen Ausbildung näherbringen zu können.“ Man habe bereits in einem Projekt mit der Region Madrid positive Erfahrungen zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit gesammelt und hoffe, diese nun auch in die Kooperation mit Andalusien einfließen zu lassen, so der Minister.

Auf dem Programm stand außerdem der Besuch einer deutschen Schule in Málaga. Das Colegio Aléman beherbergt derzeit 700 deutsche und spanische Schülerinnen und Schüler, die von Lehrkräften beider Staaten bilingual unterrichtet werden. 2008 erhielt die Schule als weltweit erste das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“. Vor Ort lobte der Minister besonders die Verbindung deutscher und spanischer Lehr- und Lerninhalte. „Die Probleme im Bildungsbereich können alleine nicht mehr gelöst werden. Zwar muss Bildungspolitik auch weiterhin eine Kompetenz der Länder bleiben, der Austausch mit den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft erscheint aber dennoch auf allen Ebenen als sinnvolle Strategie, aktuellen Herausforderungen wie Digitalisierung und Integration zu begegnen“, hielt Lorz abschließend fest.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag