Welche zentralen Merkmale kennzeichnen eine begabungsfördernde Schule? Wo steht die eigene Schule in ihrer Entwicklung in diesem Bereich? Wie kann die Qualitätsentwicklung der Förderung leistungsstarker Schüler auch zukünftig gemeinsam mit den Schulen der anderen Länder am besten gelingen? Diese und weitere Fragen standen heute im Zentrum der Diskussion und gemeinsamen Arbeit der Fachtagung zu ‚Perspektiven der Begabtenförderung‘. „Die individuelle Förderung ist Leitlinie und Ziel unseres Handelns. Durch sie entsteht Bildungsgerechtigkeit“, erklärte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz anlässlich der Eröffnung der Tagung. Dazu gehöre, dass jedes einzelne Kind sein Potenzial vollständig entfalten könne. Der Minister betonte: „Auch die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler, die Begabten haben den gleichen Anspruch auf Förderung und Forderung. Kein Talent darf uns verloren gehen.“

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bayern und Sachsen

Hessen setzt mit der Tagung die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bayern und Sachsen in der Begabtenförderung fort. Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den drei Ländern – Schulleitungen und Lehrkräfte, Referatsleiter und Referenten aus den Kultusministerien und Vertreter der Forschung – folgten der Einladung in die Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim. An der Kooperation sind insgesamt 24 Gymnasien aus den drei Ländern beteiligt.
Weitere Impulse für die eigene Schulentwicklung erhielten die Teilnehmer durch einen wissenschaftlichen Vortrag von Prof. Dr. Heidrun Stöger von der Universität Regensburg und die Präsentation von drei Praxisbeispielen zum Thema „Mentoring und Coaching in der Begabtenförderung“. So stellten das Gymnasium Achern (Baden-Württemberg), das Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra und die hessische Internatsschule Schloss Hansenberg ihre bereits erfolgreich umgesetzten Konzepte und ihre Erfahrungen in diesem Bereich für einen intensiven Austausch zur Verfügung.
Die Kultusminister von Bayern, Hessen und Sachsen hatten im Dezember 2015 eine gemeinsame Absichtserklärung zur Förderung von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern unterzeichnet und damit den Startschuss für die enge Zusammenarbeit der drei Länder bei der Begabtenförderung gesetzt. Seitdem haben zahlreiche gegenseitige Besuche in den Schulen, Hospitationen, gemeinsame Fortbildungen und Tagungen sowie erste gemeinsame Projekte stattgefunden. „Ich freue mich sehr, dass der Austausch und die Vernetzung der Schulen über die Ländergrenzen hinweg so intensiv gelebt wird“, so der Dank von Kultusminister Lorz an alle Beteiligten für ihr großes Engagement.

Hintergrund:

Mit der am 4. Dezember 2015 von den Kultusministern von Bayern, Hessen und Sachsen unterschriebenen Absichtserklärung haben die drei Länder vereinbart, bei der Umsetzung der KMK-Förderstrategie für leistungsstarke und potenziell besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler sowie bei der Umsetzung der entsprechenden Bund-Länder-Initiative („Leistung macht Schule“/ LemaS) eng zusammenzuarbeiten. Es wurde eine gemeinsame Koordinierungsgruppe ins Leben gerufen, die den Austausch zwischen den in den drei Ländern vorhandenen Bildungsangeboten, Netzwerken und Beratungsstellen organisiert. Ziel ist es, von den Erfahrungen der jeweils anderen Länder zu partizipieren und gemeinsame Projekte zur Qualitätsentwicklung zu installieren. Darüber hinaus werden gemeinsame Fortbildungsangebote für begabungsförderlichen Unterricht auch in Kooperation mit externen Partnern angeboten.
Folgende hessische Gymnasien nehmen an der Kooperation teil:
- Albert-Schweitzer-Schule, Kassel
- Internatsschule Schloss Hansenberg, Geisenheim
- Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, Gießen
- Lessing-Gymnasium, Lampertheim
- Privates Litauisches Gymnasium, Lampertheim
- Rabanus-Maurus-Schule, Fulda
- Wilhelmsgymnasium, Kassel
- Winfriedschule, Fulda

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