Rund 40 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen weiterführenden Frankfurter Schulen haben dank des Programms „Fit für die Zukunft – Deutsch als Bildungssprache“ in den Herbstferien die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Das Pilotprojekt des Hessischen Kultusministeriums und der Stadt Frankfurt am Main dient zum einen der Förderung der Sprach- und Persönlichkeitsbildung der teilnehmenden Schülerinnen und Schülern und trägt zum anderen mit einem spannenden Ferienprogramm als kurzzeitpädagogische Ergänzungsmaßnahme zum Bildungserfolg bei. Ein tolles Projekt, von dem sich heute auch Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz an der Frankfurter Paul-Hindemith-Schule überzeugt hat: „Wenn man Deutsch als unsere Bildungssprache nicht beherrscht, fällt es schwer, dem Unterricht zu folgen. Daher ist es umso wichtiger, dass es Projekte wie hier in Frankfurt gibt, die unsere bestehenden sehr erfolgreichen Sprachfördermaßnahmen durch ein vielfältiges und unterhaltsames Angebot in den Ferien ergänzen.“

Zur Zielgruppe

„DaS! Fit für die Zukunft – Deutsch als Bildungssprache“ richtet sich sowohl an Zuwanderer und Flüchtlinge in Intensivklassen und -kursen, als auch an Kinder und Jugendliche in Regelklassen, die ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten. Träger ist der Bezirksverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Zur Betreuung der Schülerinnen und Schüler sind zwei Fachkräfte für Deutsch als Zweitsprache (DaZ), zwei Sozialpädagogen, fünf Lehramtsstudenten sowie Hilfskräfte zur Begleitung der Mittagsbetreuung und des gemeinsamen Mittagessens im Einsatz. Die am Pilotprojekt teilnehmenden Jungen und Mädchen aus 20 unterschiedlichen Herkunftsländern kommen aus acht unterschiedlichen weiterführenden Schulen in Frankfurt und besuchen in der Regel eine Intensivklasse. Finanziert wird es vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt als kommunalem Schulträger zu gleichen Teilen.

„Sprachkenntnisse sind eine grundlegende Schlüsselkompetenz für erfolgreiche Bildungswege“, sagt Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung. „Mir liegt es sehr am Herzen, dass alle Schülerinnen und Schüler - unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Elternhaus - dieselben Chancen erhalten. In unserer Stadt, in der mittlerweile fast 60 Prozent der Grundschulkinder aus Familien kommen, in denen Deutsch nicht die vorrangig gesprochene Alltagssprache ist, sind unterstützende sprachfördernde Angebote ganz wesentlich“, so Stadträtin Weber weiter.

Zum Pilotprojekt

Das Pilotprojekt umfasst einerseits eine ganztägige Lernwerkstatt, in der Kleingruppen von zehn Schülerinnen und Schülern vier Stunden täglich durch ein multiprofessionelles Team aus Lehrkräften und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen Deutschunterricht erhalten. Andererseits vertiefen die Kinder und Jugendlichen in zusätzlichen Projektangeboten und Freizeitprogrammen ihre gewonnenen Erkenntnisse. Mit dem Projekt sollen Schülerinnen und Schüler aus Intensiv- oder Regelklassen mit nichtdeutscher Herkunftssprache unterstützt werden, die ihre Deutschkompetenzen verbessern möchten. Grundlage ist der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER) mit den Kompetenzen Hörverstehen, Leseverstehen sowie mündliche und schriftliche Kommunikation. Schwerpunkt ist die Arbeit an den grammatischen Strukturen, die der Schlüssel für den Zweitspracherwerb sind.

In der Zeit vor, zwischen und nach dem Deutschangebot betreuen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen die Kinder mit einem anregenden Freizeitprogramm. Sprachintensive Workshops wie Kreatives Schreiben, Sprech- und Sprachspiele, aber auch Ruhe- und Leseecken vermitteln den Kindern einen bewussten Umgang mit der Sprache und fördern ihre Lesekompetenz. Durch das vielschichtige Lernen in der Gemeinschaft leistet das Projekt auch einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und Stärkung sozialer Kompetenzen.

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